Appell
Die Senioren suchen ein Dach über dem Kopf
Donnerstag, 26. Januar 2012 18:07
- Von Susanne Tamm
Oststeinbek.Der Vorsitzende des Seniorenbeirates will mehr seniorengerechte Wohnformen vor Ort. Um dies möglich zu machen, hat der Beirat schon Kontakt zu möglichen Investoren aufgenommen. Es fehlen etwa 3000 bis 4000 Quadratmeter Wohnfläche.

Foto: Tamm
Dieter Schlenz (76), Christian Jessen (68) und Jürgen Westermann (v. li., 71) vom Seniorenbeirat wollen, dass sich endlich etwas in Sachen seniorengerechtes Wohnen im Ort bewegt.
Die Senioren sind es leid: „In der Politik dreht sich immer alles um die Kinder“, sagt Dieter Schlenz (76), Vorsitzender des Seniorenbeirates. Dabei gebe es 2200 Oststeinbeker, die 65 Jahre und älter seien. Die Anfragen und Forderungen des Beirates bei der Politik nach seniorengerechten Wohnungen in der Gemeinde verhallen.
Es gebe zwar einige wenige Betreute Wohnungen beispielsweise an der Möllner Landstraße und am Westend, sagt Schlenz. Doch die werden nur mit einem Wohnberechtigungsschein vergeben. „Erst gestern fragte mich ein Ehepaar nach einem Wohnprojekt“, erzählt Schlenz. „Die Frau ist jetzt so gehbehindert, dass das Paar nicht mehr im Haus bleiben kann.“ Beim Beirat fragen verstärkt ältere Wohneigentümer an, die aus ihren Häusern „herausgewachsen“ sind, nach seniorengerechten Wohnformen vor Ort.
„In Celle gibt es ein Projekt für Menschen mit Handicaps“, berichtet Christian Jessen (68). „Sie unterstützen sich gegenseitig. Ein Betreiber vergibt die Plätze. Das wäre auch für Oststeinbek ideal.“
Örtliche Studien gebe es nicht. „Doch wenn wir von der des Bundesinstitutes für Bau-, Stadt- und Raumforschung von 2011 ausgehen, müssten etwa 50 Prozent der Senioren Wohneigentum besitzen“, erläutert Jessen. „Im ländlichen Raum wie Oststeinbek müssten also etwa 1100 Bürger in 30 bis 50 Jahre alten Ein- oder Zweifamilienhäusern wohnen.“ Jürgen Westermann (71) fügt hinzu: „Das heißt, wenn diese Häuser frei würden, könnten wir auch den Zuzug Jüngerer ermöglichen.“ Außerdem müsste bei diesen Senioren auch noch Geld zu verdienen sein.
Das interessiert wiederum die Investoren. Der Seniorenbeirat hat bei möglichen Investoren schon einmal vorgefühlt, ob Interesse bestehen würde, in Oststeinbek zu bauen. „Wir haben eine Reihe potenzieller Kandidaten angeschrieben“, berichtet Schlenz. „Zwei Bauinvestoren zeigten sich interessiert. Die Genossenschaften waren nicht so geneigt.“ Die Bergedorf-Bille beispielsweise konzentriere ihre Aktivitäten auf Hamburg – es sei denn, sie werde von einer Gemeinde aufgefordert zu bauen. Die Voraussetzung wäre ein Grundstück im Zentrum der Gemeinde.
3000 bis 4000 Quadratmeter müssten es laut Beirat wohl sein, um den Bedarf decken zu können. „Aber die Hälfte wäre wenigstens schon einmal ein Anfang“, sagt Schlenz. „Es muss auch gar kein Neubau sein. Sein Appell: „Jetzt ist es an der Politik, sich zu bewegen“.

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Ostbekerin meint:
„In der Politik dreht sich immer alles um die Kinder“, sagt Dieter Schlenz (76)
Ich habe immer mehr das Gefühl, doch nicht in dem herzlichen Ort zu leben, für den ich Oststeinbek immer gehalten habe. Das hätte man aber auch anders formulieren können. Wer zahlt denn die Renten??? Das können nur Menschen, die arbeiten gehen und ihre Kinder gut dabei betreut wissen! Was wurde denn in letzter Zeit für die Kinder getan? Für Senioren mehr, wie ich finde: Kursana, Theater, Zebrastreifen usw. Und nun sollte auch etwas für die Kinder getan werden! Warum kann man das eigentlich nicht verbinden? Herr Schlenz, Sie waren doch dort am Montag, der Träger Wabe hatte ja sowas im Angebot.