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Diakon Stefan Mannheimer verlässt Glinde

Glinde. Der Diakon Stefan Mannheimer ist kurzfristig von Glinde abgezogen worden. Er wird jetzt zwei katholische Gemeinden in Bergedorf und Lohbrügge betreuen. Hintergrund des plötzlichen Wechsels ist ein akuter Personalnotstand.
Diakon
Foto: Brandt
Diakon Stefan Mannheimer packt seine Sachen.
Das Büro von Stefan Mannheimer gleicht einem kreativem Chaos: Bücher stapeln sich auf seinem Schreibtisch, volle Kisten mit Kerzen, Akten und persönlichen Dingen stehen auf dem Boden. Der Diakon räumt nach zwölf Jahren seinen Platz. Denn kurzfristig wird der 47-Jährige in die katholischen Gemeinden St. Marien in Bergedorf und St. Christophorus in Lohbrügge beordert. Schon im Februar soll Mannheimer dort anfangen und dem neuen Pfarrer Georg Bergner unter die Arme greifen. Das hat der Erzbischof entschieden. Dahinter steht aber keine Beförderung oder Strafversetzung, sondern ein akuter Personalnotstand.
Zwar seien regelmäßige Wechsel in Kirchenkreisen üblich – für den gebürtigen Wismarer war Glinde nach Teterow und Gadebusch (beides Mecklenburg-Vorpommern) die dritte Station – dennoch kam die Entscheidung des Erzbischofs für ihn sehr überraschend. Vor zwei Wochen hat Mannheimer davon erfahren. So fühlt er sich jetzt wie einer, der zwischen den Stühlen sitzt. Zum einen, weil ihm der Abschied von seiner „sehr lebendigen Gemeinde“ nicht leicht fällt. Zum anderen aber freut er sich auch auf seine neue Aufgabe. „Ich gehe gern dahin, wo der Bischof mich braucht, bin gern für Menschen da.“ Die neue Gemeinde ist um einiges größer als seine alte: In Lohbrügge leben 4500 Katholiken aus aller Welt, in Bergedorf 8700.
Doch bis er in Hamburg anfängt, wird er in Glinde noch einige Aufgaben zu erledigen haben. So bereitet er gerade das Familienwochenende zur Erstkommunion in Dreilützow (Mecklenburg) vor. Wer seine Aufgaben im Kinder- und Familienpastorat nach seinem Weggang übernimmt, ist vorerst nicht geklärt. Laut Manfred Nielen, Sprecher des Erzbistums, soll die halbe Stelle des Diakons nicht wiederbesetzt werden. „Bis zum Sommer soll die Pfarrei Seliger Niels Steffen personellen Ersatz bekommen.“
Solange ist Stefan Mannheimers Kollegin Marieta Kremper die erste Ansprechpartnerin für die rund 8200 Gläubigen vor Ort. Doch alle Aufgaben wird die Gemeindereferentin allein nicht schultern können. „Einiges werden Ehrenamtliche übernehmen müssen, die ohnehin die Gemeinde schon zusammen halten, anderes wird wegfallen“, so Mannheimer.
Ganz wird er Glinde aber nicht ganz den Rücken kehren: Er wird mit seiner Frau und seinen vier Kindern – der 22-Jährige Sohn ist bereits ausgezogen – weiter hier wohnen bleiben. Sonnabend, 4. Februar, und Sonntag, 5. Februar, geht Mannheimer auf Abschiedstour. Am Freitag ist er um 17 Uhr beim Gottesdienst in Reinbek, am Sonntag um 9.15 Uhr in Trittau und um 11 Uhr beim Familiengottesdienst in Glinde.
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