Attacke
Hund reißt trächtiges Schaf – Lämmer verenden
Sonntag, 22. Januar 2012 18:55
Havighorst. Übel zugerichtet fand Jens Hildebrandt Sonntagmorgen eines seiner trächtigen Schafe auf der Weide zwischen Glinder Au und Mümmelmannsberg vor. Offenbar hatte ein Hund das Schwarzkopf-Schaf in der Nacht zuvor gerissen.

Foto: Susanne Tamm
Jens Hildebrandt zeigt das übel zugerichtete Schaf.
Die Kehle des Kadavers ist vollkommen zerfetzt, tiefe Wunden klaffen in der
Brust und Bissspuren an der Flanke. „Es ist elendig verendet“, stellt der
39-jährige Havighorster traurig fest.
Bereits vor einigen Tagen ist ein Lamm spurlos verschwunden, im Mai 2011 gab
es eine Hundeattacke, bei der Hildebrandt 15 Lämmer verlor. „Ich bin ein
Tiernarr“, sagt er. „Aber das ist zu viel. Insgesamt beläuft sich der
Verlust auf etwa 3000 Euro. Die drei übrigen Tiere werde ich jetzt wohl
verkaufen.“
Die Polizei will er dennoch einschalten, gestern konnte er den Fachdienst für
Umweltdelikte noch nicht erreichen. Im Mai hatte die Polizei festgestellt,
dass die Tiere eindeutig Opfer eines Hundes geworden waren. Halter und Hund
konnten aber nicht ermittelt werden. Das Verfahren wurde eingestellt. Nach
der Attacke waren die Tiere so scheu, dass sie auch ihn und seine Familie
mieden.
„Das Schaf hat gerade gelammt, als es angegriffen wurde“, ist Hildebrandt
sicher. „Der Hund hat seine Schwäche ausgenutzt. Sonst hätte er es nicht
erwischt.“ Die Lämmer sind im Mutterleib eingegangen.
Hildebrandt, der hauptberuflich im Betonwerk Kuschmierz arbeitet und die
kleine Schafherde als zweites Standbein übernommen hatte, ist dankbar für
Hinweise unter Telefon (01577) 7708670. Die Weide auf Hamburger Gebiet ist
abgelegen, ein Weg führt dort nicht entlang. Möglicherweise hat ein
Spaziergänger oder Landwirt etwas bemerkt.
„So einen Hund kann man doch nicht loslassen“, sagt der Schafzüchter. „Der
fällt bestimmt weitere Tiere an. Vielleicht sogar Menschen.“ Ganz
ausschließen will das auch Manuela Hopfer, Verhaltensberaterin für
Hundehalter und Inhaberin der Hundeschule Hundherum, nicht. „Das ist
schwierig zu beurteilen, wenn man den Hund nicht kennt. Grundsätzlich kann
aber jeder Hund gefährlich werden. Wenn er etwa auf Bewegungsreize reagiert,
auch Joggern.“ Es sei aber davon auszugehen, dass dem Hundehalter die
Attacke nicht verborgen geblieben ist.st

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