Mitglieder-Explosion
Beim TSV wird's jetzt richtig eng
Dienstag, 22. November 2011 09:42
- Von Undine Brandt
Glinde. Die Stadt wächst und wächst. Den Einwohnerzuwachs bekommen Kitas und Schulen und jetzt auch der TSV zu spüren. "Pro Jahr haben wir 50 neue Mitglieder", sagt TSV-Geschäftsführer Joachim Lehmann. Aktuell treiben 2864 Menschen in dem Verein Sport. Tendenz weiter steigend.

Foto: Undine Brandt
Kinder beim Fußball. Doch nicht alle Mannschaften kommen in einer Halle unter.
Besonders beliebt ist die Fußballsektion. Hier stieg die Zahl allein in den vergangenen zwei Jahren von 311 auf derzeit 380 Spieler an. Davon sind mehr als die Hälfte (235) Kinder und Jugendliche. "Jetzt haben wir das Problem, dass wir nicht mehr wissen, wohin mit den Mannschaften. Uns fehlen Spielstätten", sagt Abteilungsleiter Frank Gabbert. Die drei Fußballfelder Am Sportplatz und die sechs Hallen reichen nicht mehr aus. Sie muss der Verein mit den Schulen teilen, und die buchen die Hallen immer länger.
"Damit alle trainieren können, wurden sogar schon die Spielzeiten um eine halbe Stunde verkürzt und einige Mannschaften nach Lohbrügge, Stapelfeld oder Reinbek ausgelagert. Der Frust unter den Mitgliedern ist groß", sagt Gabbert.
Entlastung würde der Umbau des Grandplatzes Am Sportplatz zu einem Kunstrasenplatz bringen. "Der wäre das ganze Jahr über bespielbar, der Pflegeaufwand gleich Null und ein enormer Imagegewinn für Glinde", zählt Gabbert die Vorteile auf. Auch würde die Verletzungsgefahr abnehmen. Auf dem 40 Jahre alten Platz kam es in letzter Zeit wegen der desolaten und unebenen Spielfläche gehäuft zu Bänderrissen.
Rund 550 000 Euro veranschlagt der TSV für den Umbau. Das hat er in einem Konzept festgehalten, das er jetzt der Stadt und der Politik vorstellen will. Denn für die Realisierung braucht er Geld. 150 000 Euro will der Verein allein aufbringen. Unter anderem sollen die Mitgliedsbeiträge ab Juli 2012 angehoben, Spenden gesammelt sowie Patenschaften und Sponsorenverträge abgeschlossen werden. 25 000 Euro erhofft sich der TSV vom Landessportbund. Der Rest aber - 375 000 Euro - soll von der Stadt kommen. Geplant ist, den Kunstrasenplatz im Jahr 2013 zu realisieren.
Doch dafür macht Bürgermeister Rainhard Zug wenig Hoffnung: "In den nächsten Jahren werden wir ein Haushaltsdefizit zwischen 1,6 und 2,2 Millionen Euro haben." Dass sich die Stadt neben Kita-Neubau, Feuerwehrgerätehaus und Sanierung der Gemeinschaftsschule auch noch einen Kunstrasenplatz leisten kann, bezweifelt er vor dem Hintergrund der aktuellen Debatten. "Wir können doch nicht einerseits darüber diskutieren, das Lehrschwimmbecken am Tannenweg zu schließen, um 50 000 Euro im Jahr einzusparen und andererseits 375 000 Euro für einen Kunstrasenplatz ausgeben."

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