Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/glinde/article126175/In_der_Spinosa_brechen_neue_Zeiten_an.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

In der Spinosa brechen neue Zeiten an

Glinde. Das Jugendzentrum Spinosa strukturiert sein Angebot neu. Grund ist Personalmangel: Der offene Treff ist zu betreuungsaufwenig. Er wird durch altersgetrennte Gruppen ersetzt.
Spinosa
Foto: Susanne Tamm
Die Sozialpädagogen Carsten Helms und Ramona Fuß schenken an jedem ersten Sonntag im Monat Kaffee aus.
„Unsere Kinder haben eigentlich immer Hunger“, sagt Ramona Fuß, Sozialpädagogin in der Begegnungsstätte Spinosa. Schon oft haben ihr die jungen Besucher erzählt, sie hätten kein Frühstück bekommen, ihre Eltern würden noch schlafen. „Viele kennen ein gemeinsames Familienfrühstück gar nicht mehr – auch nicht am Wochenende“, bestätigt Carsten Helms, Leiter der Spinosa. Ein Grund für die beiden Sozialpädagogen, jeden ersten Sonntag im Monat ein Frühstück anzubieten.
Zwischen 11 und 14 Uhr sind aber nicht nur Kinder und Jugendliche willkommen, sondern auch Eltern oder Nachbarn, die sich die Einrichtung am Schlehenweg 1a einmal ansehen wollen. Denn das Frühstück dient auch der Imagepflege und ist gleichzeitig ein Signal für eine neue Struktur des Gesamtangebots.
Die ist aus der Not geboren, auch wenn Helms und Fuß von ihrer Einrichtung schwärmen: „Die Spinosa ist mehr als nur ein Jugendzentrum“, sagt Helms. „Am Donnerstag beispielsweise läuft hinten im Clubzimmer unser offenes Angebot für Jugendliche ab zwölf Jahren, im Saal Gymnastik der Volkshochschule, im Foyer tanzen die Squaredancer und ich biete in der Werkstatt noch Workshops an. So stelle ich mir das für jeden Abend vor.“ Die Veranstaltungen und Vereins-Kooperationen würden hervorragend funktionieren. Doch das Angebot für Kinder und Jugendliche mussten die beiden Sozialpädagogen umstrukturieren, weil ein Kollege fehlt. Der offene Treff, den die Einrichtung bisher montags bis donnerstags bot, war zu betreuungsintensiv. Deshalb wird er jetzt von Dienstag bis Donnerstag durch altersgetrennte, zielgerichtete Gruppen ersetzt, bei denen die Besucher ebenfalls spontan vorbeikommen können.
Auslöser des Personalmangels ist eine 19-Stunden-Stelle für eine Erzieherin, die seit 2009 fünfmal ausgeschrieben wurde – ohne Erfolg. Denn von dem Gehalt kann niemand leben, die Arbeitszeiten in den Nachmittags- und Arbeitsstunden sowie am Wochenende lassen nebenher aber kaum eine weitere Stelle oder Familienbetreuung zu. Auch eine Aufstockung der Stunden ist wegen der momentanen Finanzlage nicht denkbar. Abhilfe soll jetzt eine Honorarkraft schaffen. Doch auch die muss erst gefunden werden. Da rückt die Stelle für einen benötigten Haustechniker in weite Ferne. „Wenn der Winterdienst nicht funktioniert, muss ich das Spinosa im Notfall schließen“, kündigt Helms an. „Ich kann es nicht verantworten, dass sich jemand verletzt.“
2 Kommentare
Eva meint:
Standardarbeitszeiten im Bereich der Kinder-und Jugendarbeit...
Ist halt nichts für Jeden - aber wenn man Interesse und Leidenschaft an dieser Art von Arbeit hat, stellt das keine Hürde dar.
Die Bezahlung ist da ein ganz anderes Thema...
Drück die Daumen für die Einrichtung, dass schnell jmd. gefunden wird - Glinde braucht wieder gut genutzte Orte für die Jugendlichen!
gisela meint:
Die Arbeitszeiten sind an den Nachmiitags- und ABENDstunden und am Wochenende.

Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008