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Glinder bauen Deutschlands höchsten Außenaufzug

Glinde. Schwindelfrei müssen die Monteure der Aufzugsfirma Hütter sein. Denn sie können nie wissen, welche Herausforderung als nächstes auf sie zukommt. Derzeit baut das Glinder Familienunternehmen den bundesweit höchsten Außenaufzug an der Großen Elbstraße in Hamburg.
Aufzug
Foto: Annett Habermann
Der Wohnturm an der Großen Elbstraße ist so gut wie fertig. In wenigen Wochen fahren zwei gläserne Panoramaaufzüge die Bewohner nach oben.
Hier entsteht ein 85 Meter hoher Wohnturm, der so genannte „Kristalltower“. An dessen Fassade überwinden zwei gläserne Panoramafahr-stühle eine Höhe von 66 Metern. Die beiden Außenkabinen werden, ebenso wie ein Innenfahrstuhl, in den nächsten Wochen eingebaut. Sie trotzen Regen und Kälte, sind wasserdicht und mit Klimaanlage und beheizbaren Scheiben aus Sicherheitsglas ausgestattet.
„Die Aufzugsanlage funktioniert funkgesteuert, die Kabinen nehmen den Strom ohne Kabel auf“, erklärt Geschäftsführer Bernd Hütter. Mit einem Tempo von 2,5 Metern pro Sekunde werden bis zu 13 Personen in die Höhe befördert – mit der Aussicht auf Elbe und Hamburger Hafen.
Die Fahrstühle des Glinder Familienunternehmens transportieren aber nicht nur Menschen in Hamburg. Auch buddhistische Mönche fahren in Hütters Aufzügen gen Himmel: Vier Schrägaufzüge im Famen Tempel nahe der chinesischen Stadt Xi’an befördern täglich 6000 Mönche und Touristen, die die heilige Stätte besichtigen. Für das Design erhielt die Firma 2010 einen internationalen Preis.
Die Schrägaufzüge des mittelständischen Unternehmens fahren auch in U-Bahnstationen großer Metropolen wie Amsterdam und Paris, im Kreuzfahrtterminal von Shanghai und im Bürohaus Dockland am Hamburger Hafen – überall dort, wo wenig Platz ist oder besonderes Design gefragt ist. „Schrägaufzüge sind unsere Spezialität“, sagt Bernd Hütter. Der 43-Jährige und sein Bruder Achim Hütter (47) führen die Firma gemeinsam und in vierter Generation.
Als ihr Urgroßvater vor 135 Jahren das Unternehmen in Hamburg gründete, baute er Winden und Kräne, später die ersten Paternoster – so genannte Umlaufaufzüge, die ständig in Bewegung sind. Einige davon sind noch immer in Betrieb und werden von den Mechanikern gewartet.
Seit 1972 hat Hütter Aufzüge seinen Sitz in Glinde. Insgesamt sind 85 Mitarbeiter beschäftigt. 40 davon arbeiten in der Siemensstraße, wo die Aufzüge konstruiert und produziert werden. Bau und Einbau eines Fahrstuhls dauern im Durchschnitt 26 Wochen. Jährlich ist Hütter mit etwa 80 Projekten in Deutschland, weiteren zehn in Europa beschäftigt. Der Jahresumsatz im vergangenen Jahr betrug 15 Millionen Euro.
Eine der nächsten Herausforderungen für die Aufzugsmonteure ist der Bau eines Schrägaufzugs auf dem Burgberg im sächsischen Meißen. Darin sollen Touristen umweltschonend die Albrechtsburg und den Dom der Porzellanstadt erreichen. Auf dem Hubschrauberlandeplatz eines Aachener Krankenhauses werden Patienten bald per Aufzug in die Klinik befördert – innerhalb von 46 Sekunden vom Hubschrauber bis zur Notfallambulanz.
1 Kommentar
m meint:
z.K.

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