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Weniger Freiheiten für Investoren

Geesthacht. Aufgrund des Ärgers um die Fassade des neuen Schiller-Centers, wollen Geesthachts Politiker Investoren künftig weniger Freiheiten gönnen. „Ich fühle mich vom Investor über den Tisch gezogen“, sagt SPD-Fraktionschef Samuel-Walter Bauer.
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Um die Hausecke des Schiller-Centers gibt es weiter Streit.
Foto: Timo Jann
Um die Hausecke des Schiller-Centers gibt es weiter Streit.
Wie berichtet, wurde den Gremien in der Planungsphase immer eine halbrunde verglaste Gebäudeecke präsentiert – und die Stelle nun im Zuge der Rohbauarbeiten einfach mit Steinen zugemauert.
Mit seiner Kritik an Investor Karl-Heinz Ebert und dessen Projektentwicklungsgesellschaft Unterelbe mbH (Stade) ist Bauer nicht allein. Bettina Boll (Grüne) hatte sich bereits ähnlich geäußert.

Investoren künftig in die Pflicht nehmen

Im Planungsausschuss, der das Projekt über Monate in der Planungsphase intensiv begleitet hatte, brachte Petra Bolte (Grüne) das Thema jetzt in die Beratung ein. „Warum beschäftigen wir uns mit solchen Planungen denn so intensiv, wenn trotzdem gebaut wird, was gerade den meisten Profit abwirft? Man trampelt einfach darüber hinweg, was hier gesagt wird“, bemängelte sie das Verhalten des Investors. „Wie können wir denn die Investoren künftig in die Pflicht nehmen, sich an getroffene Absprachen auch zu halten?“, wollte die Ausschussvorsitzende von der Verwaltung wissen.
„Man kann solche Dinge in den Bebauungsplänen enger fassen“, erklärte Peter Junge, der Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt der Stadtverwaltung. „Das haben wir hier aber eigentlich nicht als Problem gesehen“, räumte er ein. Und ergänzte: „Ich war erschrocken, als das da so hochgemauert wurde. Das habe ich vorher in den Plänen so nicht realisiert.“ Laut Junge könnten zudem künftig mit Investoren Verträge zum Vorhaben geschlossen werden, in denen konkrete Details zu den Bauten festgeschrieben werden. Fraglich ist nur, ob eine zu starre Haltung der Politik mögliche Investoren verschreckt, gab Thomas Markwart (CDU) zu bedenken.

„Das Projekt ist so genehmigt.“

„Wir müssen daraus Lehren ziehen. Nur stringente Verträge helfen uns weiter“, meinte hingegen CDU-Fraktionschef Karsten Steffen. Bettina Boll (Grüne) fühlte sich durch falsche Darstellungen „manipuliert“. Ebert hatte zugegeben, aus Kostengründen keine aktuellen Visualisierungen des Projekts gezeigt zu haben. „Das Projekt ist so genehmigt, der Bebauungsplan sagt nur, dass es um ein Stück Baukörper geht, aber nichts über dessen Gestaltung“, verteidigte Andreas Pagel, der Leiter der Bauaufsicht, die Bauform.
Diese beim Schiller-Center nicht festgeschriebenen Freiheiten soll es künftig nicht mehr geben. Die Politiker haben dazugelernt. „Ich habe mich blenden lassen. Die Leute waren ja nicht unsympathisch, die wussten, wie sie sich das Vertrauen erschleichen“, sagte Bauer und unterstützte die Forderung, künftig in Verträgen weit reichende Details festzuschreiben.
3 Kommentare
Till Eulenspiegel meint:
Die Schildbürger bauen ein Rathaus: Als die Schildbürger ein neues, pompöses Rathaus bauen, vergisst der Architekt die Einplanung von Fenstern und das Rathaus ist innen stockfinster. Daraufhin versuchen die Schildbürger, mit Eimern das Sonnenlicht einzufangen und ins Innere zu tragen, was allerdings fehlschlägt.
Hans-Georg Kloetzen meint:
Das ist ein Ding aus dem Tollhaus, dass da einfach so drauflosgebaut werden darf. "Er hat so lieb geguckt - das wird schon!" Es ist nicht zu fassen, was uns die Stadtväter und -mütter uns da eingebrockt haben.
Kai P. meint:
Ich bin mir ziehmlich sicher, dass es nie eine verglaste Gebäudeecke geben sollte. Hier wurden die Stadt und ihre Einwohner hinters Licht geführt und getäuscht. Die Kosten kalkuliert man im Vorfeld und wenn diese explodieren, setzt man sich mit der Stadt in Verbindung und sucht gemeinsam nach Lösungen. Das wäre vom Investor fair, offen und seriös gewesen.

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