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Dieser Pilz ist tödlich

Geesthacht. Dieses Wetter lieben sie. „Wie Pilze“ schießen Champignon und Co. gerade aus dem Boden. „Dieser Wechsel von Regen und schwülwarmen Wetter ist ideal für sie“, sagt Bernhard Frank. Der Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie weiß: „Steinpilze, Maronen und Birkenröhrlinge locken die Pilzsammler jetzt scharenweise in die Wälder.“
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Sechs Brandenburger mit Pilzvergiftung in Charité
Foto: DPA
Vorsicht! Wer diese Pilze isst, muss die Mahlzeit wahrscheinlich mit dem Leben bezahlen. Knollenblätterpilze greifen die Leber an.
Doch Achtung, nicht nur die genießbaren, auch die ungenießbaren Pilze sprießen gerade kräftig und sorgen auch in Geesthacht für brenzlige Situationen.
„Am Wochenende hatten wir ein Ehepaar hier, das die falschen Pilze gegessen hatte“, sagt Sylvia Ziesmann-Busche vom Johanniter-Krankenhaus. Gefährlich sind beispielsweise der Pantherpilz, vor allem aber der Grüne Knollenblätterpilz. „So ein Massenaufkommen davon habe ich in den vergangenen 35 Jahren noch nicht erlebt. Ganze Lichtungen sind mit Grünen Knollenblätterpilzen voll“, erzählt Ralf Schmode. Der 45-jährige Ingenieur aus Geesthacht ist seit über 30 Jahren Hobbypilzsammler in unserer Region und warnt eindringlich vor der Pilzart. „Man kann ihn schnell mit Champignons oder mit dem Grünen Täubling verwechseln“, sagt er.

Das Gift wirkt tückisch und langsam

Ein Fehlgriff, der tödlich enden kann. „Ein einziger Grüner Knollenblätterpilz reicht, um einen erwachsenen Menschen zu töten“, warnt Schmode. Besonders heimtückisch: „Das Gift wirkt erst nach zwölf bis 24 Stunden“, so der Pilzkenner. Dann schlagen die ersten Symptome wie Übelkeit und Erbrechen zu. Ist das überstanden, ist erst mal zwei bis drei Tage Ruhe, der Pilzsammler könnte sich also denken: Ist doch alles in Ordnung, das war nur eine kleine Magenverstimmung. Doch während dieser Zeit beginnt das Gift im Körper zu wirken. „Etwa fünf Tage nach dem Verzehr kann es dann zu einem kompletten Leberversagen kommen“, sagt Schmode. Wenn es erst mal soweit ist, kann in seltenen Fällen eine medikamentöse Behandlung helfen. Oft ist eine Lebertransplantation die letzte Rettung für den Vergifteten.
Nicht ganz so gefährlich, aber dennoch giftig, ist der Pantherpilz. Das graubraune Gewächs mit seinen kleinen Punkten kann leicht mit dem Grauen Wulstling oder dem Perlpilz verwechselt werden. Während sich der Sammler aus dem Perlpilz aber ohne Sorge ein köstliches Mahl zubereiten kann, könnte selbiges beim Pantherpilz übel ausgehen. „Etwa zwei Stunden nach Verzehr treten Übelkeit und Erbrechen auf“, sagt Schmode. Bei einer Vergiftung hilft es oft nur noch, den Magen auszupumpen.
Damit es gar nicht erst zu lebensgefährlichen Verwechslungen kommt, hat Ralf Schmode nur eine Lösung: „Ich rate unerfahrenen Pilzsammlern dringend davon ab, jetzt in den Wald zu gehen und auf eigene Faust zu sammeln.“ Wenn man dennoch selbst gefundene Pilze verzehrt hat und Bauchschmerzen bekommt, „dann sollte man so schnell wie möglich den Giftnotruf anrufen, einen Arzt aufsuchen und, ganz wichtig, ein Stück des giftigen Pilzes mitbringen“, rät der Pilzsachverständige Bernhard Frank.
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