Verärgerung
Massiver Lkw-Verkehr belastet immer mehr die Region
Mittwoch, 1. September 2010 19:49
- Von Kai Gerullis und Detlef Bienwald
Geesthacht/Lauenburg. 24 Stunden pro Tag donnern die schweren Lastwagen über die B5. Gefühlt werden es Monat für Monat mehr Lkw, die den Weg über Geesthacht und Lauenburg als mautfreie Ausweichstrecke Richtung Berlin und Polen nutzen.

Foto: Timo Jann
Lauenburg erstickt im Lkw-Verkehr. Auch in anderen Städten der Region droht der Verkehrsinfarkt.
Mit einem Durchfahrtsverbot für Lkw über 12 Tonnen will das Verkehrsministerium nun die schweren Brummis von der Bundesstraße verbannen. Spätestens Mitte September sollen die Schilder montiert, bereits ab dem Kreuz Süd und der Abfahrt Billstedt werden die Trucker auf die Sperrung hingewiesen. Doch bereits im Vorfeld gibt es Kritik an dem Plan.
In Lauenburg kämpfen mehr als 700 Mitstreiter im Bürgeraktionsbündnis (BAB) „Lauenburg reicht’s“ gegen die Flut von mehr als 2000 Lastwagen, die täglich über die Bundesstraßen der Stadt rollen. Die von Verkehrsminister Jost de Jager angekündigte Sperrung der B5 von der Stadtgrenze an reicht ihnen nicht. Das BAB will erreichen, dass die Sperrung bereits an der Landesgrenze beginnt, auf die Hafenstraße (B209) ausgeweitet und bereits in den angrenzenden Bundesländern angekündigt wird.
- Donnerstagabend, am 2. September, schickt de Jager seine Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang in die „Höhle des Löwen“. Die öffentliche BAB-Versammlung beginnt um 19.30 Uhr in der Lauenburger Mühle. Gäste aus anderen betroffenen Kommunen entlang der Bundesstraßen sind herzlich willkommen, lädt das BAB ein.
In Geesthacht sorgt vor allem der Beginn der Lkw-Sperre für Kritik. So wird die B5 erst ab der Kreuzung Berliner Straße/Richtweg für Lastwagen gesperrt. „Damit beginnt dieses Durchfahrtsverbot erst mitten in Geesthacht“, sagt Ratsherr Sven Minge (CDU), der von Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) jetzt umgehend Korrekturen der Planung einfordert. Denn er fürchtet, dass ahnungslose Lkw-Fahrer nun über die B404 und den Richtweg ausweichen werden. „Somit werden durch die neue Regelung in Geesthacht mehr Menschen durch Lärm und Abgase belastet als entlastet. Dieses kann doch nicht das Ziel verantwortlicher Politik sein“, so Minge. Viele Bürger sind ratlos und verärgert.
In der Folge könnte die neue Verkehrsführung vor allem auch die Schwarzenbeker treffen. Denn halten sich die Brummifahrer an die Sperrung, würden sie über die B404 und Schwarzenbek an die A24 herangeführt. Fraglich ist aber, ob die großflächige Sperrung, für die immerhin eine Beschilderung im Gesamtwert von 180.000 Euro geplant ist, überhaupt Wirkung zeigt. Denn fährt ein Lkw-Fahrer trotz Verbots weiter auf der B5, zahlt er lediglich ein Verwarngeld – in Höhe von 20 Euro. Die Autobahnmaut würde je nach Fahrzeug etwa die Hälfte kosten.

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Karl Kontener meint:
daher sind Taten gefragt.
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