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Polizei nimmt Radler ins Visier

Geesthacht. Weil es an den Fußgängerüberwegen in Geesthacht immer öfter zu Unfällen kommt, will die Polizei verstärkt kontrollieren.
Momentaufnahmen: Alle fünf Radfahrer, die in einem Zeitraum von 20 Minuten vor dem Rathaus den Zebrastreifen überqueren wollten, fuhren statt zu schieben.
Foto: Timo Jann
Momentaufnahmen: Alle fünf Radfahrer, die in einem Zeitraum von 20 Minuten vor dem Rathaus den Zebrastreifen überqueren wollten, fuhren statt zu schieben.
„Der Name „Fußgängerüberweg“ist eigentlich Programm. Es ist ein Weg, der Fußgängern das Überqueren einer Straße erleichtern soll“, erklärt Geesthachts Polizeichef Henry Holst. „Von Radfahrern, die diese Überwege fahrend nutzen, ist da nicht die Rede“, stellt er klar. Immer öfter kommt es zu Unfällen oder zu gefährlichen Situationen, weil Radfahrer die Zebrastreifen radelnd überqueren. Holst: „Oft noch in dem falschen Glauben, sie seien im Recht.“
Damit soll jetzt Schluss sein. Einen Unfall auf dem Fußgängerüberweg vor dem Rathaus nimmt die Polizei zum Anlass, verstärkt die Nutzung der Zebrastreifen in der Stadt zu überwachen. Wer sich nicht an die Regeln hält, wird ermahnt, notfalls sogar mit einem Verwarnungsgeld belegt. Am vergangenen Dienstag hatte ein Mädchen (12) mit ihrem Fahrrad den Zebrastreifen vor dem Rathaus passiert. Sie kam von der Schillerstraße auf dem Fußweg angefahren, fuhr dann, ohne abzusteigen, über den Zebrastreifen. In dem Moment setzte ein 58-Jähriger gerade seinen Audi zurück, mit dem er hinter dem Fußgängerüberweg ordnungsgemäß am Rand der Straße geparkt hatte. Das Mädchen fuhr in den Wagen und verletzte sich leicht.
„Radfahrer müssen am Fußgängerüberweg anhalten und ihn, das Fahrrad schiebend, zu Fuß überqueren“, stellt Holst klar. Weil nach der Rechtsprechung gegenseitige Rücksichtsnahme am Fußgängerüberweg gefordert ist, müssen Fußgänger vor dem Betreten der mit den weißen Streifen markierten Straße sogar Blickkontakt zu Autofahrern aufnehmen, um sich zu vergewissern, dass die Autos stoppen. Andererseits müssen Autofahrer anhalten, wenn ein Fußgänger deutlich sichtbar einen Zebrastreifen nutzen möchte. „Das sollte eigentlich funktionieren“, sagt Holst.
Weil es aber zuletzt vermehrt gefährlichen Situationen gegeben hat, rücken jetzt die Polizisten zu Sondereinsätzen aus und überwachen die Lage auch im normalen Streifendienst. „Gerade jetzt, da die Schule wieder beginnt, werden wir im Rahmen der Schulwegsicherung verstärkt auf die Fußgängerüberwege achten“, kündigt Holst an.
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