Heuweg
Kinder müssen im Container spielen
Montag, 16. August 2010 16:37
- Von Timo Jann
Geesthacht. Land unter im städtischen Kindergarten am Heuweg: Offenbar war in dem markanten Gebäude, das von außen die Form eines Schmetterlings hat, über längere Zeit unbemerkt Wasser aus einer defekten Warmwasserleitung ausgetreten.
„Wir haben diesen Schaden nur durch Zufall entdeckt“, erklärt Dieter Hübner vom Fachdienst Immobilien der Stadtverwaltung. Nun müssen die knapp 60 Mädchen und Jungen, die den Kindergarten besuchen, in Containern untergebracht werden.
Eigentlich sollte der Kindergarten in den Sommerferien umfassend renoviert werden. „Als wir an der Wand einen Holzbaum entfernt hatten, haben wir bemerkt, dass es dahinter eine leichte Schimmelbildung gibt“, sagt Hübner. Die Farbe, die wie eine Haut aus Latex auf der Wand sitzt, konnte feucht abgezogen werden. Daraufhin wurden umgehend die Gebäudepläne studiert, um einer möglichen Ursache von Feuchtigkeitsbildung auf den Grund gehen zu können.
Überall nasse Wände
„Wir haben dann festgestellt, dass es sich nicht nur um ein kleines lokales Problem handelt“, so Hübner. Unter anderem war ein ganzer Leitungsschacht voll Wasser gelaufen. Das warme Wasser des Kindergartens hatte sich großflächig ausgebreitet. „Das gesamte Gebäude ist betroffen“, so Hübner. Die Mitarbeiter der Bauunterhaltung aus dem Rathaus haben jetzt eine Fachfirma zur Trocknung beauftragt. Teilweise ist das Wasser in den Wänden einen Meter weit aufgestiegen. An rostigen Stellen an Eckschutzleisten des Putzes konnte man zwar ein Problem erahnen, doch laut Hübner habe man zunächst an eine Reaktion von Metall, Putz und Luftfeuchtigkeit gedacht.
Doch im Zuge der genaueren Untersuchungen wurde dann bei der Überschwemmung ein kleines Loch in der Warmwasserleitung entdeckt. „Die Ursache der Undichtigkeit ist unklar“, sagt Hübner. Das defekte Rohrstück wurde ausgetauscht. Hübner schätzt den Schaden auf mehr als 15.000 Euro. „Das ist versicherungstechnisch gedeckt“, sagt er. Ein Sachverständiger war ebenfalls vor Ort, um sich des Problems anzunehmen.
In den kommenden vier Wochen soll nach dem Abschluss der Trocknung nun auch die eigentliche Renovierung erfolgen. Solange müssen die Kinder mit Containern vorliebnehmen.
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