Kneipentest
Geesthachts völlig unterschätztes Nachtleben
Freitag, 30. Juli 2010 16:12
- Von Jana Marie Kophstahl
Geesthacht. Es ist Freitagabend. Für die Geesthachter Jugendlichen bedeutet das Zeit zum Feiern, zum Party machen. Kaum steht das Wochenende vor der Tür, sind die Busse gen Bergedorf und Hamburg-City rappelvoll. Denn im beschaulichen Geesthacht sind Pubs, Cocktailbars oder gar Diskotheken schon immer eher die Seltenheit gewesen.

Foto: Jana-Marie Kophstahl
Nicolas Braatz, Pierce Murphy, Hannes Dzaak, Kevin Boy und Phillip Isermann testen das Vanilla. Sie werden von Besitzer Horst Funke und Yvette Harnisch freundlich bedient.
Für junge Geesthachter stellt sich am Wochenende häufig die Frage: Nach Hamburg fahren und die nervige Busfahrt in Kauf nehmen oder im Haus eines Kumpels fernsehen? Alles keine Ideallösungen, findet Kevin Boy, Erzieher aus Geesthacht. „Was hier fehlt, ist einfach ein richtig guter Pub“, sagt der 22-Jährige. „Dabei gibt es in Geesthacht eigentlich eine ganze Menge Kneipen, in die ich noch nie einen Fuß gesetzt habe“, ergänzt sein Kumpel Pierce Murphy. Mit zwei weiteren jungen Männern beschließen die Freunde deshalb, Geesthachts Nachtleben aus der Sicht der jungen Generation unter die Lupe zu nehmen. Das Ergebnis sorgt für positive Überraschungen.
Die Tour startet im Biergarten von „Vanilla“ an der Geesthachter Straße. Es ist früh, noch sind nur wenige Gäste im gemütlichen Hof zu entdecken – und die Jungs – alle Anfang zwanzig – senken den Altersdurchschnitt. Die Begrüßung durch die Bedienung, Kneipenbesitzer Horst Funke und seine Freundin Yvette Harnisch, ist freundlich. „Wir werden auf jeden Fall wieder herkommen“, sagt Kevin Boy. Auch das rustikale Ambiente spricht die Jungs an. „Außerdem kann man hier auch drinnen rauchen“, sagt Hannes Dzaak. „Das gehört zu einer richtigen Kneipe dazu“, findet auch Phillip Isermann.
Erst nach anderthalb Stunden können sich die Jungs aufraffen, die Kneipe zu wechseln. Auf geht’s in die „Speisekammer“. Das kleine Restaurant gibt es seit einem Jahr in Geesthachts Fußgängerzone. Was die Inhaber aus dem ehemaligen „Kroatia“ gemacht haben, gefällt den vier Jugendlichen. Draußen gibt es einen riesigen Biergarten mit toller Atmosphäre. Die liebevolle Dekoration und die vielen Lichteffekte laden zu schönen Stunden ein. Pierce Murphy vergleicht die „Speisekammer“ sogar mit dem beliebten „Treibhaus“ in Bergedorf. „Das ist eine tolle Möglichkeit, mal was trinken zu gehen“, findet der 22-Jährige.
Erst um Mitternacht verlassen die Männer das Lokal und machen sich auf den Weg zur Hafenschänke. Sie freuen sich auf die Kneipe, doch die Begrüßung zur späten Stunde ist nur mäßig freundlich. In der Hafenschenke herrscht Leere. „Für die Stammgäste ist das hier schon ganz nett, aber für junge Leute eher nichts“, findet Kevin Boy.
Die letzte Station ist das Hansa-Eck am Worther Weg in der Oberstadt. Dort angekommen, werden die Jungs von den Stammkunden freundlich begrüßt. Ladeninhaber Ulf Meiling lädt zum gemeinsamen Dartspiel ein. Gemütlich ist es in der kleinen Kneipe. „Richtig heimelig“, findet Kevin Boy. Die Stimmung ist mehr als ausgelassen. Als Kevin Boy, Pierce Murphy, Phillip Isermann und Hannes Dzaak das Hansa-Eck verlassen, ist es 3.15 Uhr. „Das müssen wir unbedingt mal wieder machen“, sagt Phillip Isermann. Fazit: Auch in Geesthachts Nachtleben können junge Leute ganz schön viel Spaß haben.

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Alex meint:
das sind doch eher pennerbars... hafenschanke