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Teuer bezahltes Flickwerk

Geesthacht. Erst 2009 wurde die Lauenburger Straße saniert, Anwohner dafür teuer zur Kasse gebeten. Jetzt wird der Asphalt erneut aufgerissen, weil die Geesthachter Stadtwerke eine neue Fernwärmeleitung verlegen wollen.
Heinz Steffen ärgert sich: Der erst frisch aufgebrachte Asphalt der Lauenburger Straße wurde schon wieder aufgefräst, um eine zusätzliche Leitung einzubauen.
Foto: Timo Jann
Heinz Steffen ärgert sich: Der erst frisch aufgebrachte Asphalt der Lauenburger Straße wurde schon wieder aufgefräst, um eine zusätzliche Leitung einzubauen.
Mit 3800 Euro wurde Anwohner Heinz Steffen zur Kasse gebeten, als die Stadt im vergangenen Jahr die Lauenburger Straße frisch saniert hatte. Eigentlich hatte er gedacht, dass die ehemals marode Straße vor seinem Haus nun über Jahre schön ist. Doch weit gefehlt: Der Asphalt ist quasi noch warm, da reißt jetzt die Stadtwerke Geesthacht GmbH den frisch sanierten Belag schon wieder auf – um ein neues Fernwärmerohr zu verlegen.
„Das ist doch echt ein Unding, man kann so eine Straße doch nicht alle fünf Minuten wieder aufreißen. Jetzt kriegen wir hier wieder nur ein Flickwerk und mussten dafür noch teuer bezahlen“, sagt Steffen kopfschüttelnd.
Doch die Stadtwerke dürfen das, heißt es aus der Tiefbauabteilung im Rathaus. „Sie haben das Recht, ihre Leitungen in öffentliche Straßen und Wege zu legen“, erklärt Andreas Schröder aus der Tiefbauabteilung des Rathauses. Er räumt ein, dass man wenig begeistert gewesen sei, als die Stadt von dem Vorhaben des Energieversorgers hörte. Schröder: „Wir hatten unsere Baumaßnahme rechtzeitig bekannt gemacht, auch die Stadtwerke wussten davon.“ Idealerweise hätte man sämtliche Arbeiten im Untergrund der Straße zusammengefasst und dann einmal eine schöne neue Decke drüber asphaltiert. So ist das eigentlich üblich.
Doch als die Stadt den Abschnitt der Lauenburger Straße zwischen der Marktstraße und der Rathausstraße saniert hat, war die Planung zum Ausbau des Fernwärmenetzes bei den Stadtwerken noch nicht durch. Wie berichtet, investiert das Unternehmen zurzeit 280.000 Euro, um ein neues Fernwärmerohr an der Lauenburger Straße zu verlegen. Es reicht vom Runden Berg bis zur Rathausstraße, weil die vorhandene Leitung am Schüttberg nicht groß genug dimensioniert ist. Geplant ist die Versorgung des Rathauses, der Feuerwache und der Polizeistation mit Fernwärme. „Es ist die einzige Chance, diese Leitung zu einem vernünftigen Zeitpunkt zu verlegen“, bittet Stadtwerke-Geschäftsführer Karl-Heinz Siekhaus um Verständnis. Die neue Leitung ist für die Versorgungssicherheit der Fernwärmekunden relevant.
„Wir Anlieger mussten 2009 bezahlen und kriegen wieder eine Schrott-Straße, nur weil die den Bedarf dieser Leitung nicht rechtzeitig auf dem Zettel hatten“, empört sich Steffen. Ganz so kritisch sieht es Tiefbau-Experte Schröder nicht: „Wir haben den Stadtwerken für die Neuasphaltierung extra besondere Auflagen gemacht. Unter anderem eine fünfjährige Gewährleistung.“ Das reicht Steffen allerdings nicht. „Die Straße soll doch mehr als 20 Jahre halten“, sagt der 75-Jährige. „Wenn es Schäden gibt, und die treten meistens nach ein oder zwei Wintern auf, bringen wir das natürlich in Ordnung“, versichert Siekhaus.
Unterdessen steht die weitere Planung in Sachen Fernwärme bei den Stadtwerken fest. So soll 2011 eine Leitung von der Hansastraße bis zu den Schulen am Dösselbuschberg verlegt werden. Sie wird allerdings im Bereich des Geh- und Radweges verbuddelt, um den 2009 in Teilbereichen erneuerten Asphalt der Straße nicht auch noch hier aufzureißen.
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