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Schnelles Internet für die Gemeinden

Dassendorf. Die Zukunft macht einen großen Bogen um das Amt Hohe Elbgeest. Schnelle Internetverbindungen sind zwischen Hohenhorn, Dassendorf und Aumühle Mangelware, die Bundesregierung stuft die zehn Gemeinden im Speckgürtel von Hamburg seit Jahresbeginn offiziell als „unterversorgt“ ein. Doch die Zeit der langsamen Netze soll im kommenden Jahr Geschichte sein, die Bürgermeister der Gemeinden haben sich jetzt für einen zügigen Ausbau der Infrastruktur ausgesprochen.
Vodafone Glasfaser
Foto: Vodafone_D2_GmbH
Modernes Medium für das Internet: Die Glasfaser wird aus hochreinem Quarzglas hergestellt. Der Glaskern ist von einem Glasmantel umgeben, der die Lichtwellen führt und dabei die Daten transportiert.
Der ehrgeizige Plan lautet, ab 2011 jedes Haus im Amtsgebiet an ein modernes Glasfasernetz anzuschließen. „Alles andere wäre eine Fehlinvestition, denn nur Glasfaser ist die Zukunft“, sagt der stellvertretende Amtsvorsteher Hans-Ulrich Jahn und schiebt damit Technologien wie Funknetzwerken einen Riegel vor. „Nur Glasfaser kennt bei der Geschwindigkeit keine Grenzen“, sagt Jürgen Brüll aus dem Hauptamt. „Zwar ist die Nachfrage nach ganz schnellen Leitungen noch gering, aber das wird sich schnell ändern“, so Brüll.
Doch die moderne Technik hat ihren Preis: etwa sieben bis acht Millionen Euro kostet es, die Leitungen im gesamten Amtsgebiet zu verbuddeln und alle Häuser anzuschließen. Eine Investitionen, die die Gemeinden überfordert. Auf der anderen Seite ist für Anbieter wie die Deutsche Telekom ein Engagement im ländlichen Raum häufig nicht lukrativ genug.
Der Amtsausschuss setzt deshalb auf Gelder der EU: Nach den aktuellen Förderrichtlinien können Mittel beantragt werden, um die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke zwischen Investment und dem daraus erzielten Ertrag auszugleichen. Demnach soll ein privater Anbieter die Netze aufbauen, damit sich das lohnt, schießt die EU-Gelder hinzu. Brüll: „Hier muss jedoch in enger Abstimmung mit dem Zuschussgeber ein Weg gefunden werden, ohne dass eine unzulässige Beihilfe geleistet wird.“
Und das soll umgehend geschehen: Da nach Wunsch des Amtes 2011 die ersten Haushalte in größeren Gemeinden wie Dassendorf oder Börnsen per Glasfaser angeschlossen werden sollen, soll umgehend ein Planungsbüro mit den Vorbereitungen beginnen. Die Ausschreibungen sollen die einzelnen Gemeinden für das nächste Haushaltsjahr veranlassen.
Die langsamen Internetverbindungen gelten mittlerweile sogar als Standortnachteil, weiß die Leitende Verwaltungsbeamte Brigitte Mirow. So müssen die Bürger nicht nur auf datenintensive Online-Anwendungen wie Fernsehen aus dem Internet verzichten. Auch Geschäftsleute sind von Online-Datenbanken abgeschnitten.
Wer sofort eine schnelle Verbindung sucht, kann nun zumindest in Dassendorf mobil per UMTS ins Internet. Nach Telekom-Angaben stehen für das mobile Internet nun Geschwindigkeiten bis zu 14,4 Mbit/s zur Verfügung.
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