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Die Internetabzocker werden immer dreister

Bergedorf. Die Verbraucherzentrale schlägt Alarm. Der Betrug im Internet nimmt immer größere Ausmaße an. Immer beliebter bei den Betrügern werden sogenannte Abo-Fallen.
Einfach mal nach kostenloser Software googeln, wie es diese junge Frau gerade macht, kann zu unliebsamen Überraschungen führen.
Foto: Thomas Schütt
Einfach mal nach kostenloser Software googeln, wie es diese junge Frau gerade macht, kann zu unliebsamen Überraschungen führen.
Allen Computernutzern sind sie bekannt – Freewareprogramme (kostenlose Software), die aus dem Internet heruntergeladen werden können. Ob es der Vlc-Mediaplayer zum Abspielen von Filmen oder das Programm „Skype“ zum kostenlosen Telefonieren im Internet sein soll – alles ist mit einem Mausklick umfangreich verfügbar.
Aber Vorsicht: Immer mehr Nutzer geraten über die Eingabe bei Google auf Seiten wie „Top of Software“ oder „my downloads.de“. „Dort schließen die Verbraucher zeitgleich mit dem Ausführen des Downloads und ohne ihr Wissen teure Abonnementverträge ab“, sagt Christina Carls von der Verbraucherzentrale Hamburg. Mittlerweile habe die Problematik „entsetzliche“ Ausmaße angenommen. Wochen nach dem Download flattert dem User eine Rechnung über einen mehrstelligen Eurobetrag ins Haus. Wird die Zahlung verweigert, summieren sich die geforderten Summen mit Mahn-und Inkassogebühren, teils über Monate und Jahre hinweg, auf mehrere hundert Euro.
So bekam der Bergedorfer Jürgen S. zunächst Post von der „Premium Content GmbH“ (my downloads.de). „Die wollten 75 Euro Jahresbeitrag im Voraus für ein Abo, was ich angeblich abgeschlossen habe. Da können die lange drauf warten“, sagt der erfahrene Internetnutzer. Auch die Inkassoschreiben, die er neuerdings bekommt – die Forderung ist mittlerweile auf stolze 149, 95 Euro angewachsen – schrecken ihn nicht. „Das ist doch reine Abzocke“, sagt der 41-Jährige empört. Doch es gibt auch andere Beispiele. So sagt Irmgard Bohn (34. Name geänd.): „Ich habe zunächst erst mal gezahlt, wurde dann allerdings misstrauisch.“ Nach Rücksprache mit der Verbraucherzentrale habe sie das Geld dann aber zurückgebucht. „Seitdem habe ich Ruhe.“
Obwohl das Problem seit Jahren bekannt ist, fallen immer mehr Menschen auf die Masche der Betrüger herein. „Die Staatsanwaltschaft und die Gerichte unternehmen viel zu wenig gegen diese dreiste Form der Abzocke“, sagt Verbraucherschützerin Carls.
Dem widerspricht Oberstaatsanwalt Wilhelm Moellers, Pressesprecher der Hamburger Staatsanwaltschaften: „Im Gegensatz zu den Staatsanwaltschaften beispielsweise in Darmstadt oder München, die derartige Verfahren häufig einfach einstellen, handeln wir.“ So würde derzeit ein Sammelverfahren wegen Betrugs gegen einschlägige Onlinebetreiber vorbereitet.
1 Kommentar
Abgezockter meint:
Ich habe versucht, einen Kommentar abzugeben.
Der eingegebene code wurde immer als falsch bezeichnet!

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