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Ein Parkplatzkarussell, das nervt

Früher erstreckte sich hier eine steppenähnliche Fläche, gerahmt von Wildrosenhecken. Spatzen tschilpten im Gebüsch, der erste Schritt aus dem Auto landete zumeist in einer tiefen Pfütze. Doch die ländlich geprägte Kleinstadt-Idylle direkt hinter der Fußgängerzone ist längst großstädtischem Treiben gewichen.
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Foto: Foto Lia/ Montage Reichstaller
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Der Sandparkplatz an der Norderstraße wurde zum Plaza-Parkplatz, sogar mit extra Parkdeck. Und kaum zu glauben – beide sind des öfteren so voll, dass sich hier keine Steppe mehr, sondern nur noch ein Stau erstreckt. Oder haben Sie um 11 Uhr vormittags noch nie vergeblich nach einem Parkplatz gesucht? „Ich drehe schon seit Stunden, hier so meine Runden“: Grönemeyers Klagelied eines leidenden Autofahrers könnte man hier aus Lautsprechern schicken. Das passt doch zum ewig kreisenden Parkplatz-Karussell! Immer dranbleiben am Vordermann, der sich nicht zwischen Taxen- und Behinderten-Stellplatz entscheiden kann?
Oder eigene Wege wagen? Das ist die Frage. Wer klug ist, der kommt früher – oder später. Allerdings auch nicht zu spät. Denn zwischen 17 und 18 Uhr tendiert die Chance, den Platz verlassen zu können, gegen Null. Die Ausfahrt an der Norderstraße hat sich nämlich zum Hauptverkehrsknotenpunkt Geesthachts entwickelt. Busse, Autos, Fußgänger, Radfahrer – alles wuselt munter durcheinander. Ist der Bus weg, der einem die Sicht nahm, folgt eine endlose Reihe von Autos, die bei Grün um die Ecke an der Sporthalle düsen. Dann kommen von rechts Fußgänger, die zum ZOB eilen. Dann kleckern Lieferwagen, Taxen und Co. im 50-Meter-Abstand von der linken Seite heran. Und schließlich will auch noch eine Seniorin mit ihrem Hackenporsche quer rüber zur Bücherei. Wenn man Pech hat, geht es wieder von vorne los.
Für zusätzliche Hindernisse sorgt nur 100 Meter weiter seit Monaten die Baustelle des Geest-Hofs. Betonmischer, Last- und Lieferwagen stehen dicht an dicht auf der Norderstraße. Hier hat sich schon so mancher Bus verkeilt, vor einer Schlange von Autos, deren Fahrer den Zustand „Ganz entspannt im Hier und Jetzt“ weit hinter sich gelassen haben. Das Gehupe ist dann groß.
Tja, mein Geesthacht, das gehört wohl zum schicken City-Look dazu. Wir brauchen nicht nach Hamburg fahren, wir schaffen unser eigenes Großstadt-Chaos! Aber Parken ist immer noch umsonst… Das freut Ihre Hanni Hachede.

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