Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/geesthacht/article63291/Pro_und_Kontra_Ganztagsschule.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Pro und Kontra Ganztagsschule

Geesthacht. Am Montag beginnt an den Schulen der diesjährige Anmeldemarathon. Doch die Entscheidung, wo die Viertklässler ab August die Schulbank drücken, ist schwierig:
Gut 100 Eltern, Politiker sowie Vertreter von Schulen und Verwaltung besuchten den Informationsabend.
Foto: Kai Gerullis
Gut 100 Eltern, Politiker sowie Vertreter von Schulen und Verwaltung besuchten den Informationsabend.
Bekommt Geesthacht in der Oberstadtschule eine gebundene Ganztagsschule oder startet die neue Gemeinschaftsschule im August nur mit freiwilligem Unterricht am Nachmittag? Die Frage ist völlig offen – und liegt nach wochenlangem Streit nun in der Hand der Eltern. Sie sollen bei der Anmeldung an allen drei weiterführenden Schulen ihr Votum pro oder kontra gebundene Ganztagsschule abgeben. So will es das Bildungsministerium in Kiel, das im April über den Schulstandort entscheidet. Ein Verfahren, das am Donnerstagabend bei einem Informationsabend der Stadt für viel Diskussionsstoff sorgte.
Realschulleiter Klaus-Dieter Krüger: „Das Ministerium wird uns keine zweite Chance geben.“
Foto: BZ
Realschulleiter Klaus-Dieter Krüger: „Das Ministerium wird uns keine zweite Chance geben.“
„Die Abstimmung ist definitiv die letzte Möglichkeit für eine gebundene Ganztagsschule in Geesthacht. Bei einem negativen Votum wird uns das Ministerium keine zweite Chance geben“, betonte Klaus-Dieter Krüger, Leiter der Realschule, den derzeitigen Stand – und sorgte für gemischte Gefühle bei den gut 100 Zuhörern. „Ich fühle mich total hilflos. Mein Sohn geht in die zweite Klasse und für mich als berufstätige Mutter wäre die gebundene Ganztagsschule ideal. Aber wir sind jetzt vom Votum der Viertklässler abhängig“, sagte eine Zuhörerin. Auch Susanne Bunde, Vorsitzende des Schulelternbeirats an der Integrierten Gesamtschule, unterstrich die Bedeutung der Abstimmung: „Ich kann nur jeden auffordern, diese Chance für die Kinder zu nutzen. Denn die gebundene Ganztagsschule bietet die Möglichkeiten, die wir Großen uns in der Schule immer gewünscht hätten.“ Dazu gehören etwa freiwillige Sprachkurse, Hausaufgabenhilfe, Projektgruppe, Sportangebote oder der Besuch einer Musikschule während der Schulzeit. „Schule ist nicht länger nur Unterricht. Vielmehr öffnet sie sich für die ganze Stadt und die Schüler erleben ein nie da gewesenes Gemeinschaftsgefühl“, hatte Ganztagsschulkoordinatorin Juliane Edel zuvor für die neue Schulform geworben. Zudem würden durch die verbindlichen Schulzeiten bis 16 Uhr an vier Tagen in der Woche viele Familien entlastet.
Doch auch die Kritiker meldeten sich zu Wort. „Wo bleiben bei der gebundenen Ganztagsschule die Pflichten der Eltern und wann bleibt Zeit für die Familie?“, wollte eine Mutter wissen. Andere Eltern fürchten, dass ihre Kinder keine Zeit für den Sportverein mehr hätten. „Der Tag ist nicht erst um 16 Uhr zu Ende“, entgegnete Edel. Sie betonte aber zugleich, dass die Schulform nicht für jeden geeignet sei, als Alternative aber die offene Ganztagsschule an der IGG sowie das Otto-Hahn-Gymnasium offen. „Aber es gibt Familien, für die es ganz wichtig ist, dass sich mit der gebundenen Ganztagsschule die Lücke im Angebot unserer Stadt schließt“, appellierte Edel für ein positives Votum.

Bergedorfer Zeitung Online

1 Kommentar
Stefan Riekehr meint:
Hallo an Alle, die Ihre Kinder an den weiterführenden Schulen anmelden.

Ich war heute morgen am Gymnasium, habe mein Kind angemeldet und fragte dann nach dem Abstimmungszettel bezüglich der Ganztagsschule.
Es gab aber keinen, da das Ministerium am Freitag entschieden hat, die Abstimmung NICHT am Otto-Hahn-Gymnasium zuzulassen, wie mir im Sekretariat des OHGs mitgeteilt wurde.
Inwieweit die IGS mit abstimmen darf, ist mir nicht bekannt geworden.


Onlineanzeigenannahme
nach oben
© Bergedorfer Zeitung 2008