Ököprojekt
Elbwiesen werden in Kiel zum Thema
Montag, 8. März 2010 21:01
- Von Tino Jann
Geesthacht. Der Petitionsausschuss des Kieler Landtags befasst sich jetzt mit den Beschwerden von Anliegern der Borghorster Elbwiesen, die eine Verschlechterung der Grundwassersituation fürchten, wenn Hamburg wie geplant den Schleusenleitdamm öffnet und die Wiesen der Überschwemmung preisgibt.

Foto: Timo Jann
Jens-Uwe Dankert lässt sich von Markus Matthießen die örtlichen Gegebenheiten anhand eines Plans erklären. Auch Escheburgs Bürgermeister Gunther Schrock (Mitte) und Unternehmer Gerd Brammer (links) waren zum Elbdeich gekommen.
Der Ausschuss wird das Thema beraten und dann eine Empfehlung an den Landtag abgeben. Der will eigentlich die Hansestadt Hamburg bei diesem ökologischen Ausgleichsprojekt für die Erweiterung des Airbus-Werkes unterstützen.
Gestern informierten sich die Mitglieder des Petitionsausschusses direkt vor Ort. Der stellvertretende Ausschussvorsitzende, Jens-Uwe Dankert, und der Lauenburger CDU-Landtagsabgeordnete Markus Matthießen als Berichterstatter des Gremiums waren mit weiteren Mitgliedern, Behördenvertretern aus Hamburg, Schleswig-Holstein und der Kreisverwaltung, Anliegern und Lokalpolitikern auf den Elbdeich gekommen. Nachdem sie sich einen Eindruck verschafft hatten, ging es zu vertiefenden Gesprächen in den Geesthachter Ratssaal. Die fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt und dauerten mehrere Stunden.
„Wir werden das Thema in den kommenden Sitzungen ausführlich beraten und dann unsere Empfehlung aussprechen. Das kann noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, sagte Matthießen. Wie berichtet, fürchten Unternehmer von der Vierlander Straße, Anwohner der Hans-Mayer-Siedlung sowie Menschen in Escheburg-Voßmoor die Vernässung ihrer Grundstücke. Denn das Areal liegt so niedrig, dass bei einer Überschwemmung der Elbwiesen das Wasser negative Auswirkungen auf die Umgebung haben kann. Schon das Life-Projekt, Vorgänger der jetzt erneut geplanten Vernässung, scheiterte am Widerstand der Anlieger. „Man rechnet sich das alles schön hin, und auf dem Papier sieht das auch gut aus. Aber niemand gibt uns eine Garantie, dass nichts passiert“, kritisiert Jean-Jacques Ripoche von der Bürgerinitiative. „Das werden wir uns nicht gefallen lassen“, kündigt er Widerstand an.
Escheburgs Bürgermeister Gunther Schrock erklärte den Gästen die Situation: „Wir haben schon heute Probleme, wenn Hamburg Elbwasser ins Gebiet pumpt, um Trinkwasser entziehen zu können“. Rolf Semrok von der Hamburger Realisierungsgesellschaft, die das Projekt plant, gab als Reaktion auf die Ausführungen mehrfach unaufgefordert Kommentare zu den Aussagen der Projektgegner ab. Das unterband Matthießen schließlich.
Heute Abend (Beginn: 18 Uhr) stellt die Realisierungsgesellschaft ihre aktuellen Planungen zu dem umstrittenen Projekt im Ratssaal vor. Die Präsentation ist öffentlich.
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