RES Oesterreich
Wohin mit 20 000 Tonnen Giftspänen?
Donnerstag, 4. März 2010 20:19
- Von Timo Jann
Geesthacht. Jetzt sind die Experten gefragt: Wohin mit den 20.000 Tonnen Sondermüll von RES Oesterreich?

Foto: Timo Jann
Auf dem Gelände der insolventen Firma RES Oesterreich lagern noch immer 20.000 Tonnen Sondermüll in den alten Hallen. Die Entsorgung ist weiterhin unklar.
Die Entsorgung der mit Öl verseuchten Metallspäne von den Grundstücken am Geesthachter Hafen soll nun ausgeschrieben werden. „Wir wollen dann im Juli mit der eigentlichen Entsorgung beginnen“, erklärt Christian Schöning von der Stadtverwaltung, der das Millionen-Projekt betreut.
Fünf Firmen hatten in den vergangenen Monaten mit den öligen Metallspänen experimentiert. Sie hatten sich im Vorwege um die Beseitigung des „Gift-Drecks“, der nach der Insolvenz von RES Oesterreich einfach liegen geblieben war, beworben. Nun scheint klar: Eine wirtschaftliche Nutzung, etwa als Brennstoff in der Industrie oder als Baustoff, lässt sich mit dem Sondermüll nicht realisieren. Vermutlich bleibt nur die Deponierung.
Vom Weg der Entsorgung der Späne hängen auch die Kosten zur Beseitigung des gescheiterten industriellen Pilotprojekts von RES ab. Zurzeit wird von 3,36 Millionen Euro ausgegangen. Gut zwei Millionen Euro zahlt das Land, den Rest muss die Stadt Geesthacht tragen. Dafür hat sie die Flächen am Hafenrand für einen symbolischen Euro aus der Insolvenzmasse erhalten.
Insgesamt müssen 20.000 Tonnen Schleifschlämme und Sandstrahlrückstände aus der Metallindustrie entsorgt werden. RES wollte die Späne mit einer vom Land als innovativ eingestuften und finanziell geförderten Pilotanlage durch Erhitzung vom Öl trennen und den Rohstoff wieder der Metallindustrie zur Verfügung stellen. Monatelang wurden die verseuchten Späne angehäuft, mehr als ein Dutzend Mal brannte es. Dann kam die Insolvenz. Zurück blieben zwei Lagerhallen voll Sondermüll.
Mit dem Vorverfahren sollten möglichst viele Wege der Entsorgung oder Verwertung des Mülls identifiziert werden. „Wir haben mit den fünf beauftragten Firmen eine gute Bandbreite der Möglichkeiten abgedeckt“, so Schöning. Den genauen Weg wird erst die Auswertung der Ausschreibung aufzeigen.
Ende 2010 soll das Grundstück am Hafenrand vom Sondermüll befreit, die Hallen abgerissen und das Areal planiert sein. Das 15.000 Quadratmeter große ehemalige RES-Firmengelände ist im Zuge der Ende 2009 angelaufenen Umgestaltung zum Wohngebiet am Hafenrand der erste Baustein, der realisiert werden könnte.
Am 16. März (Beginn: 18 Uhr) will die Stadt die Anlieger des Areals am Hafen im Rathaus über die Entsorgung informieren.

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