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Experten für Wind und Meer

Geesthacht. Welche Einflüsse haben riesige Windkraftanlagen in der Nordsee auf die Natur? Diese Frage erörtern am Donnerstag 110 Wissenschaftler und Behördenvertreter auf Initiative des GKSS-Forschungszentrums in Hamburg.
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Kinderdienst: Deutschlands erster Windpark im Meer ist fertig
Foto: DOTI/Matthias Ibeler
Der Offshore Windpark "Alpha Ventus" steht vor Borkum in der Nordsee.
Im Rahmen des von der Bundesregierung beauftragten Forschungsprojektes „Zukunft Küste – Coastal Futures“ wird über die Ergebnisse aus sechs Jahren Forschung beraten.
Die Fachleute der GKSS spielen dabei eine entscheidende Rolle. Deutschlandweit ist es einmalig, dass Naturwissenschaftler und Soziologen gemeinsam an solchen Forschungsprojekten arbeiten. Auch international ist diese Kombination extrem selten.
„Wir haben umfassend die ökologischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Chancen und Risiken des Ausbaus der Offshore-Windkraft im deutschen Teil der Nordsee analysiert“, erklärt Projektleiter Dr. Andreas Kannen. „Die Chancen und Risiken werden von der Gesellschaft ganz unterschiedlich wahrgenommen“, bilanziert der Geograf. Zwar könne es zu einem Beschäftigungsplus im Küstenraum kommen, wenn auf See Windkraftanlagen gebaut werden, doch werden auch Lebensräume für Seevögel vernichtet und Meereswelten verändert, so Kannen.
Nun muss tiefer gehend geforscht werden. „Wir wissen definitiv, dass es negative Einflüsse auf die Vogelwelt geben wird. Was noch unklar ist, sind die Auswirkungen durch veränderte Windverhältnisse auf das Leben im Wasser“, sagt Projekt-Koordinator Marcus Lange. Windparks in Dänemark hätten gezeigt, dass etwa Schweinswale wegen des Baulärms zunächst wegziehen, später aber wiederkommen. Zwischen den Anlagen wird nicht gefischt, eine gute Futterquelle also für die kleinen Wale. Fraglich ist aber auch, wie sich die Temperaturschichtung durch geänderte Windverhältnisse im Wasser ändern kann.
Nach Einschätzung der GKSS-Forscher ist die deutsche Nordsee zu klein für die vielfältigen Nutzungen. Zudem müsse nicht einzeln für jeden geplanten Windpark die Situation geklärt werden, sondern ein internationales Gesamtkonzept her, so Kannen. Er hofft auf ein weiteres Förderprojekt zur Klärung.
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