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Auch CDU will das Aus für Krümmel

Geesthacht/Kiel. Der Widerstand gegen das Wiederanfahren des Atomkraftwerks Krümmel formiert sich weiter.
FDP Fraktionschef Wolfgang Kubicki (li.) und der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christan von Boetticher, sind sich einig. Von Boetticher (re).): „Ich plädiere dafür, mit Weitsicht zu entscheiden, ob es klug wäre, Krümmel wieder anzufahren.“
Foto: dpa/dpa
FDP Fraktionschef Wolfgang Kubicki (li.) und der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Christan von Boetticher, sind sich einig. Von Boetticher (re).): „Ich plädiere dafür, mit Weitsicht zu entscheiden, ob es klug wäre, Krümmel wieder anzufahren.“
Sprach sich Ende vergangener Woche zur allgemeinen Überraschung FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki dafür aus, die Restlaufzeiten von Krümmel auf das AKW Brokdorf zu übertragen, hat sich jetzt auch der CDU-Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag, Christian von Boetticher, dafür stark gemacht, Krümmel stillzulegen.
Von Boetticher: „Ich plädiere dafür, mit Weitsicht zu entscheiden, ob es klug wäre, Krümmel wieder anzufahren“, sagte er am Dienstag in Kiel. Stattdessen könnten Reststrommengen von dem Reaktor in Krümmel auf das weit störungsfreier arbeitende AKW Brokdorf übergehen. Er habe Vattenfall- Europe-Chef Tuomo Hatakka auf drohenden weiteren Imageschaden für den Fall hingewiesen, dass Krümmel nach einem Neustart wieder vom Netz muss, weil eine Schraube locker ist oder ein Ventil klemmt.
Der Reaktor ist wegen Pannen seit Sommer 2007 fast durchweg abgeschaltet.
Kubicki hatte sich ebenfalls dafür ausgesprochen, die Krümmel-Restlaufzeiten auf Brokdorf zu übertragen. Auch der FDP-Fraktionschef hatte Vattenfall-Vorstandschef für Europa, Tuomo Hatakka, angesprochen. Dieser hatte angeblich gesagt, er wolle über den Vorschlag nachdenken.
Das AKW Krümmel, mit mehr als 1400 Megawatt Leistung größter Siedewasserreaktor Deutschlands, soll noch mindestens bis 2017 Strom produzieren. Nach dem Trafobrand im Sommer 2007 ruhte der Betrieb zwei Jahre lang. Kurz nach der Wiederinbetriebnahme im Juli 2009 kam es erneut zu einer Pannenserie. Das AKW wurde wieder vom Netz genommen. Die Zeit des gesamten Stillstands könnte zu einem längeren Betrieb von Krümmel führen – Jahre, die FDP und jetzt auch die CDU auf Brokdorf übertragen wollen.
Der energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Olaf Schulze aus Geesthacht, zeigte sich am Dienstag überrascht über den inhaltlichen Schwenk der Regierung. „Nun muss die CDU den Sprüchen aber auch Taten folgen lassen“, sagte Schulze. „Wenn die der Meinung sind, dass Krümmel nicht mehr sicher ist, dann sollten sie alle ihre Möglichkeiten nutzen, dass AKW für Krümmel vom Netz zu nehmen.“
In einem Gespräch mit unserer Zeitung am Dienstag sagte Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer Buckow: „Wir gehen davon aus dass das AKW Krümmel wieder ans Netz geht. Zur Zeit werden 30 neue Trafos installiert.“ Meyer-Buckow betonte, dass auch Vattenfall-Europa-Chef Hatakka von einer Wiederanfahren Krümmels ausgehe.

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