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Asse-Skandal reicht bis nach Geesthacht

Geesthacht/Berlin. Der Skandal um das niedersächsische Atommülllager Asse zieht Kreise bis nach Geesthacht:
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Schon im Jahr 2000 wurden 28 falsch deklarierte Fässer mit Atommüll auf dem Gelände des Geesthachter GKSS-Forschungszentrums entdeckt. Sie sollten eigentlich in der Asse versenkt werden.
Foto: Timo Jann
Schon im Jahr 2000 wurden 28 falsch deklarierte Fässer mit Atommüll auf dem Gelände des Geesthachter GKSS-Forschungszentrums entdeckt. Sie sollten eigentlich in der Asse versenkt werden.
Wie eine kleine Anfrage der Grünen jetzt im Bundestag ans Licht brachte, wurde in den 70er-Jahren in größerem Umfang als bislang vermutet falsch deklarierter Atommüll in das Versuchsbergwerk eingelagert. Unter anderem versenkte die Braunschweiger Firma Amersham Buchler Fässer in den Schächten, die entgegen der Anlieferungspapiere stark strahlenden Atommüll enthielten. Brisant: Da die Asse 1978 geschlossen wurde, konnten nicht alle Müllfässer wie vorgesehen eingelagert werden – stattdessen stehen 28 dieser Gebinde bis heute in Geesthacht.
Was nur wenige wissen: Auf dem Gelände des GKSS-Forschungszentrums befindet sich die sogenannte Landessammelstelle. Streng abgeschirmt werden hier sämtliche leicht radioaktiven Abfälle aus Industrie, Medizin und Forschung aufbewahrt, die in Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein anfallen. Aus Mangel an Alternativen landeten auch die für die Asse bestimmten Fässer bei der GKSS. Erst Ende 2000 rückte der Müll wieder in Fokus der Öffentlichkeit: Weil damals einige Fässer Schäden zeigten, musste der Inhalt umgepackt werden. Dabei entdeckten die Strahlenschutzexperten den überraschenden Inhalt. Statt wie angegeben Papier und Geräte, enthielten die Abfälle zum Teil hoch radioaktive Flüssigkeiten – nur 2 der 28 Müllgebinde waren korrekt deklariert. Nach Angaben der GKSS erfolgte eine intensive Untersuchung, Umlagerung und Dokumentation. „Sämtliche Fässer aus dem Jahre 2000 befinden sich weiterhin in sicherer Verwahrung der Landessammelstelle Geesthacht“, so GKSS-Sprecher Torsten Fischer.
Die bereits in der Asse eingelagerten Fässer aus der gleichen Müllcharge wurden dagegen nie untersucht, hier könnte eine Zeitbombe ticken, fürchtet die Bundestagsfraktion der Grünen. Sie fordert deshalb erneut, alle Fässer aus den Stollen zu bergen. In der Asse liegen etwa 126.000 Fässer mit radioaktivem Müll.
1 Kommentar
Prof. Dr. Hans Georg Priesmeyer meint:
Bild 2 ist unterschrieben: "Etwa 126.000 Fässer lagern in den Schächten der einsturzgefährdeten Asse. Die Grünen fordern den Atommüll zu bergen."
....und was wollen sie dann damit?
Ich warte da schon lange auf eine Antwort!
Hans G. Priesmeyer

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