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Kraftwerk Krümmel endgültig abschalten

Geesthacht. Mit einer gemeinsamen Resolution haben am Freitag neun Kommunen in der Region des südlichen Elbufers die endgültige Abschaltung des Kernkraftwerkes Krümmel gefordert.
Sie fordern das Aus für Krümmel: die Bürgermeister Norbert Meyer (Samtgemeinde Ostheide), Manfred Harms (Stellv. in Bardowick), Joachim Pritzlaff (Adendorf), Rolf Roth (Samtgemeinde Elbmarsch), Karl Tödter (Samtgemeinde Scharnebeck), Eduard Kolle (Lüneburg).
Foto: Thomas Voigt
Sie fordern das Aus für Krümmel: die Bürgermeister Norbert Meyer (Samtgemeinde Ostheide), Manfred Harms (Stellv. in Bardowick), Joachim Pritzlaff (Adendorf), Rolf Roth (Samtgemeinde Elbmarsch), Karl Tödter (Samtgemeinde Scharnebeck), Eduard Kolle (Lüneburg).
Die entsprechenden Ratsbeschlüsse in den niedersächsischen Gemeinden Adendorf, Amelinghausen, den Samtgemeinden Bardowick, Dahlenburg, Ostheide, Scharnebeck und Elbmarsch, der Stadt Lüneburg und des Landkreises Lüneburg erfolgten einstimmig oder mit großen Mehrheiten quer durch die Fraktionen. Das gab Rolf Roth, Bürgermeister der Samtgemeinde Elbmarsch, während einer gemeinsamen Pressekonferenz der beteiligten Kommunen in Tespe bekannt.
Foto: Thomas Voigt
„Wir kennen nicht wirklich die objektive Gefahr, die von dem Kernkraftwerk ausgeht“, so Roth weiter. „Wir erleben aber nach den Beeinträchtigungen des Kraftwerkbetriebs und den Informationspannen des Betreibers die schwere Verunsicherung und den Vertrauensverlust unser Bürger.“ Bürgermeister Klaus Tödter von der Samtgemeinde Scharnebeck setzte noch eins drauf: „Nach dem zweiten Ausfall eines Trafos fühlen wir uns von Vattenfall betrogen.“ Lüneburgs Bürgermeister Eduard Kolle führte an, dass seine Verwaltung bei der bisherigen Informationspraxis von Vattenfall keine Chance hätte, die Bürger der Hansestadt im Ernstfall rechtzeitig zu evakuieren. Rolf Roth nannte es zudem „bedenklich, dass die Ratsversammlung Geesthacht kürzlich aus finanziellen Gründen eine ähnliche Resolution mit einer Stimme Mehrheit abgelehnt hat“.
Dass es nach gegenwärtiger Rechtslage keine Möglichkeit gibt, den Weiterbetrieb des Kraftwerks zu untersagen, ist den Krümmel-Gegnern bekannt. Gleichwohl wollen sie über die Bundestagsabgeordneten in den Wahlkreisen auf eine Gesetzesänderung in Berlin dringen und gleichzeitig die Bevölkerung zur Teilnahme an Demonstrationen und Gesprächsterminen mit den Abgeordneten ermuntern. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, formulierte Bürgermeister Joachim Pritzlaff aus Adendorf die Marschrichtung.
Unterdessen bereitet Vattenfall weiter ungerührt die Wiederinbetriebnahme des Meilers vor. Bis Ende Januar sollen die beiden großen Transformatoren und 28 weitere Trafos installiert sein. Einer der beiden großen Spannungsumwandler war ursprünglich für das neue Kohlekraftwerk Moorburg vorgesehen, wird aber nach kleinen Umbauten nun in Krümmel montiert, um Zeit zu gewinnen, bestätigte Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow auf Anfrage unserer Zeitung. Bis spätestens Ende Juni 2010 soll das Kernkraftwerk nach Meyer-Bukows Worten dann wieder laufen: „Diesen Termin können wir halten.“

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