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30 Millionen Euro fürs AKW

Geesthacht. Die Firma Vattenfall zieht eine vorzeitige Stilllegung des Atomkraftwerks Krümmel nicht ernsthaft in Erwägung. Das wurde am Montag bei einem Info-Abend im Krümmeler Infozentrum deutlich.
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„Atom-Quartett“: So empfingen AKW-Gegner die Besucher.
Foto: Thomas Voigt
„Atom-Quartett“: So empfingen AKW-Gegner die Besucher.
Stattdessen will das Unternehmen in den kommenden Monaten rund 30 Millionen Euro in insgesamt 24 neue Transformatoren für Krümmel investieren, wie Ernst Michael Züfle, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, den etwa 60 anwesenden Bürgern erläuterte. Zusätzlich zu den zwei neuen Maschinentrafos, deren defekte Vorläufer kürzlich abtransportiert wurden, bekommt das Werk neue Transformatoren zur Eigenversorgung und zahlreiche kleinere Trafos.
Noch in diesem Jahr soll für die beiden Maschinentrafos ein neues Gebäude fertiggestellt werden, bis Ende März 2010 werden die beiden Mega-Umspanner nach Züfles Worten montiert und angeschlossen sein, so dass das AKW spätestens im Frühsommer wieder ans Netz kann. Um Brennstab-Schäden wie kürzlich durch einen Metallspan vorzubeugen, werden außerdem neue Filter in den Wasserkreislauf eingebaut.
Nach gültiger Gesetzeslage ist der Betrieb des AKW Krümmel bis zum Jahr 2019 genehmigt. Züfle machte jedoch keinen Hehl daraus, dass er sich von der neuen CDU/FDP-Koalition keine Verkürzung dieser Frist, sondern eher eine noch längere Laufzeit erhofft.
Der Abtausch altbekannter Argumente zwischen Atomkraftgegnern und dem Betreibervertreter verlief ohne Überraschungen und mit wenigen Ausnahmen sachlich. Hinweisen auf das sehr mangelhafte Atommüll-Endlager im Salzstock von Asse begegnete Ernst Michael Züfle mit der Aufforderung, sich mit Fragen an die Betreiber von Asse zu richten. Für die Lagerung Krümmeler Atommülls hofft Vattenfall nach seinen Worten auf eine Wiederaufnahme der Eignungsuntersuchungen im Salzstock von Gorleben durch die neue Bundesregierung. Vorhaltungen, im Umkreis von Krümmel und anderen Atomkraftwerken häuften sich die Fälle von Kinder-Leukämie, versuchte der Redner mit dem Argument zu entkräften, ein Zusammenhang zwischen Erkrankungen und Betrieb der Atomanlagen sei nicht nachweisbar.
Anti-Atomkraft-Gruppen begleiteten den Info-Abend mit Transparenten und Trommelschlägen, nachdem sie den Gästen an der Toreinfahrt ein kabarettistisches „Atom-Quartettspiel“ geboten hatten.

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