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Krümmel: Schwarz-Gelb gegen Kernkraftkritiker

Ratzeburg/Geesthacht. Mit ihrer Mehrheit haben CDU und FDP verhindert, dass der Kreistag einem Appell zur Abschaltung des Kernkraftwerks Krümmel zustimmt. Mit 30 zu 24 Stimmen lehnte das Gremium während seiner jüngsten Sitzung in der Ratzeburger Gelehrtenschule einen entsprechenden Antrag von SPD und Bündnisgrünen ab.
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Foto: DPA
Das umstrittene Kernkraftwerk Krümmel.
Es war eine einstündige, hitzig geführte Debatte mit für den Kreistag rekordverdächtigen 14 Wortmeldungen.
„Das Atomkraftwerk Krümmel gehört zu den deutschen Top 3 Atomkraftwerken in der Pannenstatistik, was Störfälle, mangelnde Öffentlichkeitsarbeit, Schlampereien und besorgniserregende Sicherheitsmängel angeht“, hatte die SPD ihren Antrag begründet. Gesundheit und Sicherheit der Bürger müssten Vorrang vor wirtschaftlichen Erwägungen eingeräumt werden. Und: Die Landesregierung soll Krümmel-Betreiber Vattenfall auffordern, nach den Vorfällen der letzten Jahre auf einen Weiterbetrieb des Kraftwerks zu verzichten.
Einige verbale Entgleisungen bei der emotional geführten Debatte belegen, wie sehr das Atomkraftwerk die Gemüter erhitzt. Der liberale Kreistagsabgeordnete Rüdiger Tonn aus Geesthacht argumentierte, in Krümmel habe es keine Pannen, sondern „Vorfälle der niedrigsten Stufe“ gegeben. „Die Schnellabschaltung eines Kraftwerks ist gerade ein Beleg dafür, dass die Technik funktioniert“, so Tonn. Zudem hätten Bundes- und Landtagswahl gezeigt, dass die Bürger keine Angst vor einer Koalition aus CDU und FDP hätten, in der ja schon laut über eine Laufzeitverlängerung für die bundesdeutschen Kernkraftwerke nachgedacht wurde. „Lieber Rüdiger, was zahlt Vattenfall für so eine Rede?“, fragte daraufhin der SPD-Fraktionsvorsitzende Gunar Schlage den FDP-Politiker.
Die Fronten blieben verhärtet, die Parteien unversöhnlich. Peter Eichstädt (SPD), auch als Abgeordneter im Landtag mit dem Thema befasst, machte deutlich, dass Sicherheit absoluten Vorrang haben müsse. Annedore Granz forderte für die Bündnisgrünen, dass Laufzeitübertragungen ausschließlich von älteren auf jüngere Kernkraftwerke möglich sein dürfen. Markus Matthießen (CDU) sprach sich dafür aus, die Zuverlässigkeit des Kraftwerkbetreibers zu überprüfen. Der Kreistag sei für diese Frage aber nicht zuständig. Und, an die SPD gewandt: „Mit Appellen kommen wir nicht weiter.“

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