Wahlkampf
Krümmeler Posen und Positionen
Montag, 7. September 2009 18:14
Geesthacht. In der heißen Phase des Wahlkampfes ist das umstrittene Atomkraftwerk in Krümmel beliebte Kulisse von Bundes- und Landespolitikern, um sich mit ihren Energie-Konzepten für den Wähler wirkungsvoll in Szene zu setzen. Am Sonnabend besuchten Claudia Roth, Konstantin von Notz und Robert Habeck von den Grünen das AKW, gestern zauberte SPD-Spitzenkandidat Ralf Stegner hier seinen frisch gekürten Energie-Experten und Schattenminister Prof. Dr. Olav Hohmeyer aus dem Hut.
„Aus bleibt aus – Hand drauf“. Hunderte farbige Handabdrücke in unterschiedlichen Grüntönen zierten das auffällige 20 Meter lange Transparent, das die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, der regionale Bundestagskandidat Konstantin von Notz und der Spitzenkandidat der Partei für den Landtag, Robert Habeck, an den Zaun des Kernkraftwerkes Krümmel hängten.

Foto: Thomas Voigt
SPD-Spitzenkandidat Ralf Stegner (linkes Bild, v. l.), die Kandidaten Gesa Tralau und Olaf Schulze (r.) stellten am Montag den neuen Energie- und Klima-Experten der Landes-SPD, Olav Hohmeyer, vor.
Roth, von Notz und Habeck sprachen sich in Krümmel vor etwa 20 Mitstreitern dafür aus, auf erneuerbare Energien zu setzen. „Wer jetzt für Laufzeitverlängerungen von Atomkraftwerken ist, der blockiert eine zügige Entwicklung der neuen umweltschonenden Energieerzeugung“, sagte die Bundesvorsitzende.
Als „den besten, den man kriegen kann“ präsentierte Schleswig-Holsteins SPD-Spitzenkandidat Ralf Stegner gestern seinen neuen Energie- und Klimaexperten Olav Hohmeyer. Tatsächlich gilt der 56-jährige Hochschullehrer als Koryphäe der Energieforschung in Deutschland. Nach langjähriger wissenschaftlicher Tätigkeit als Leiter der Abteilung Energie am Karlsruher Fraunhofer-Institut und als Umwelt-Forschungsleiter am Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung gründete er an der Universität Flensburg den Studiengang „Energie- und Umweltmanagement“, der seit 2005 bundesweit unter den besten vier Studiengängen für Wirtschaftsingenieure rangiert.
Olav Hohmeyer steht wie Schleswig-Holsteins SPD für eine komplette Versorgung des Landes mit regenerativen Energien: „Atom- und Kohlekraft sind mangels Rohstoffen eine Sackgasse.“ Bis zum Jahr 2020 will er eine regenerative Stromversorgung erreichen – zum einen durch stärkere Förderung von Einsparungen, zum anderem mit neuen „Bürgerwindparks“, bei denen die Einnahmen aus der Windkraft in die Region fließen. „Schleswig-Holstein als Land zwischen den Meeren ist wie geschaffen, Vorreiter der neuen Energietechnik zu sein“, sagt Hohmeyer. „Wir haben diesen Standort-Vorteil lange Zeit verschlafen.“tja/tv
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