Kommunikation
Tempo im Datennetz: Amtsvorsteher will gemeindeeigene DSL-Firma gründen
Donnerstag, 27. August 2009 19:18
- Von Karin Lohmeier
Geesthacht. 20.000 Menschen im Amt Hohe Elbgeest können bisher nur im Schneckentempo im Internet surfen, Bilder versenden, Daten abfragen oder Buchungen vornehmen. Das soll sich ändern.

Foto: bgz
Ein Glasfaserkabel. Amtsvorsteher Walter Heisch wünscht sich ein gemeindeeigenes Leitungsnetz, für eine schnelle DSL-Verbindung in allen Orten.
Die zehn Amtsgemeinden planen ein hochmodernes Glasfasernetz, das künftig jeden Haushalt versorgen soll. „Schon Anfang nächsten Jahres könnte mit dem Bau begonnen werden“, sagt Amtsvorsteher Walter Heisch.
Bisher ist das gesamte Amtsgebiet unterversorgt. Als unterversorgt gelten Bürger mit Internet-Anbindungen bis zu 1Mbit/s. Dringender Handlungsbedarf besteht danach in den Gemeinden Dassendorf, Escheburg, Hamwarde, Hohenhorn, Kröppelshagen-Fahrendorf, Wiershop, Wohltorf und Worth. Nur Teile von Aumühle und Börnsen sind danach als versorgt zu betrachten.
Aber eine Fragebogenaktion unter 9776 Haushalten und 1770 Gewerbetreibenden (Rücklauf: immerhin 47 Prozent) hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass auch in diesen beiden Gemeinden 73 Prozent der Bürger, die sich an der Umfrage beteiligten, mit der Geschwindigkeit ihres Internetzuganges unzufrieden sind.
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Durchschnittsgeschwindigkeiten liegen vielfach um ein Mehrfaches unter dem jeweils angebotenen Tarif. Messungen an verschiedenen Punkten ergaben, dass statt 16000 kbit/s nur 4275 kbit/s erreicht werden.
Es gelte, eine digitale Zweiklassengesellschaft zu vermeiden, heißt es auf der Homepage der Amtsverwaltung in Dassendorf – die seit 2004 eine Sonderverbindung zum Land nutzt, weil sonst große Datenmengen nicht übermittelt werden könnten.
Auch für viele Neubürger und Selbstständige ist die Internet-Anbindung wichtig, bei der Ausweisung von Wohngebieten und Gewerbeansiedlung gilt sie als wichtiger Standort-Faktor.
Auf der nächsten Amtsausschuss-Sitzung am 23. September werden die Bürgermeister der zehn Gemeinden über eine Wirtschaftlichkeitsprüfung beraten. Heisch: „Es stehen mehrere Varianten zur Wahl, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass die Gemeinden die Internet-Versorgung übernehmen, dafür eine Firma gründen. Das muss aber vorher noch genau geprüft werden.“ Bürger, die das neue Glasfaserkabel dann nutzen, müssten eine Gebühr an das neue Unternehmen entrichten.
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