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Auf Monate außer Betrieb

Geesthacht. Ein Wiederanfahren des Krümmeler Pannen-Reaktors ist in weite Ferne gerückt.
Vor dem Haupttor des AKW Krümmel haben sich Greenpeace-Aktivisten symbolisch angekettet. Sie wollen auf bis Weiteres hier bleiben.
Foto: Timo Jann
Vor dem Haupttor des AKW Krümmel haben sich Greenpeace-Aktivisten symbolisch angekettet. Sie wollen auf bis Weiteres hier bleiben.
Am Dienstag bestätigte Betreiber Vattenfall, dass die beiden Maschinentransformatoren des Kraftwerks nicht mehr repariert, sondern durch neue Transformatoren ersetzt werden. Das Unternehmen betonte, dass das Atomkraftwerk nicht wieder ans Netz gehen werde, bevor die neuen Transformatoren zur Verfügung stehen. Nach Angaben von Vattenfall kann dies mindestens bis April 2010 dauern – vermutlich sogar noch länger, wie eine Nachfrage unserer Zeitung bei der Herstellerfirma Siemens ergab. Demnach betrage die Lieferzeit für ein entsprechendes Gerät 18 Monate. Die Spezialtrafos werden nur auf Bestellung montiert und kosten etwa acht bis neun Millionen Euro pro Stück.
„Ich begrüße, dass Vattenfall damit binnen kürzester Zeit meine Forderung ‚Erneuern statt Reparieren’ erfüllt hat“, sagte die für die Atomaufsicht zuständige Sozialministerin Gitta Trauernicht. „Mit der Entscheidung zum Austausch der Maschinentransformatoren gehen wir konsequent den Weg der höchsten Sicherheit“, sagte Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall.
Die Untersuchung der Pannenserie läuft unterdessen unter Hochdruck weiter. Für Donnerstag kündigte Hatakka einen ersten Zwischenbericht an, der in der Berliner Deutschland-Zentrale des Konzerns vorgestellt werden soll.
Vor dem Kraftwerk dauert derweil die Demonstration von Greenpeace-Aktivisten an.
„Wir wollen noch ein paar Tage bleiben“, sagte einer der Umweltschützer. „Wir haben uns hier häuslich eingerichtet und werden ausharren“, so eine Demonstrantin. Unter anderem haben die Aktivisten gestern Zelte vor dem Haupttor aufgebaut.
Die Polizei will vorerst nicht einschreiten. „Es liegen keine Straftaten vor, außerdem haben die Betreiber des Kraftwerks keine Anzeige gestellt“, sagte Sonja Kurz von der Polizeidirektion Ratzeburg. Der Zugang für die Mitarbeiter ist frei. Zum Mitarbeiterparkplatz gelangen sie über eine rückwärtige Zufahrt, weil der Hauptweg von Greenpeace mit einem Lastwagen versperrt wurde. Anlieferungen erfolgen über eine zweite Zufahrt auf das Kraftwerksgelände. Auch der Verkehr auf der Elbuferstraße wird durch den Protest nicht behindert.
Die Blockade der Anlage durch Greenpeace sei daher nur symbolisch. „Aber auch das ist ja schon ein Erfolg“, meinte eine Demonstrantin.

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