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Ketten gegen Krümmel

Geesthacht. Während sich draußen am Werkstor Greenpeace-Aktivisten angekettet haben, herrscht drinnen am Trafo geschäftiges Treiben.
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Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben sich Montagvormittag an das Haupttor des Atomkraftwerkes Krümmel gekettet.
Foto: Timo Jann
Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace haben sich Montagvormittag an das Haupttor des Atomkraftwerkes Krümmel gekettet.
Doch das Kernkraftwerk Krümmel spaltet zurzeit keine Atome – der Betrieb steht auf unbestimmte Zeit still. Atomkraftgegner fordern das endgültige Aus für den weltweit größten Siedewasserreaktor, doch bei Betreiber Vattenfall laufen die Arbeiten für einen Neustart der Anlage auf Hochtouren. Nur zwei Wochen lief Krümmel nach einem zweijährigen Stillstand nach dem Wiederanfahren am 19. Juni.
Ersatztransformatoren sind bei der Siemens-Tochter "Trafo-Union" bestellt.  Aber es gibt lange Lieferzeiten.
Foto: Timo Jann
Ersatztransformatoren sind bei der Siemens-Tochter "Trafo-Union" bestellt. Aber es gibt lange Lieferzeiten.
Knackpunkt bei allen Überlegungen für die Zukunftsplanungen sind die Transformatoren. Vier Stück gibt es in Krümmel. Zwei große, die so genannten Maschinentrafos mit jeweils 750 Megawatt Leistung. Sie speisen den Strom ins öffentliche Leitungsnetz ein. Und zwei kleinere Modelle. Diese Eigenbedarftrafos versorgen das Kraftwerk selbst mit Energie.
Der Maschinentransformator „AT02“ bereitet den Verantwortlichen von Vattenfall zurzeit den größten Kummer. Er steht außerhalb des Reaktorgebäudes auf dem Hof des Kraftwerkes und ist durch einen massiven Kurzschluss ausgefallen. Fachleute vermuten, dass das 380 Tonnen schwere und 15 Meter lange Bauteil bei dem Zwischenfall am Sonnabend einen Totalschaden erlitten hat. Den dazugehörigen Eigenbedarfstrafo hatte man nach einem ersten Schaden in der vergangenen Woche innerhalb von 48 Stunden repariert.
So schnell wird es diesmal nicht gehen. „Wir könnten theoretisch mit einem Trafo ans Netz gehen, aber das werden wir vorerst nicht tun. Wir wollen erst alles ganz genau prüfen“, sagte am Montag Vattenfall-Sprecherin Barbara Meyer-Bukow. Umfangreiche Prüfungen hatte es auch schon nach dem Brand des „AT01“ im Juni 2007 gegeben. Alle Ingenieure hatten Vattenfall seinerzeit erklärt, die Funktionsfähigkeit sei uneingeschränkt gegeben. Und nun die neuerliche Panne.
Nach Informationen unserer Zeitung hat Vattenfall schon nach dem Brand des „AT01“ zwei neue Transformatoren bestellt. Gebaut werden sollen sie von der Trafo-Union, einem Tochterunternehmen von Siemens. Doch die komplexen Bauteile sind keine Massenware, sie werden erst auf Bestellung produziert. Und das dauert. Den Ersatztrafo, der per Binnenschiff und Tieflader angeliefert und im August 2007 eingebaut wurde, muss Vattenfall an den Pool der Kraftwerksbetreiber zurückgeben. Er ist nur ausgeliehen.
Wegen der Unzuverlässigkeit, die die Umweltschutzorganisation Greenpeace Vattenfall vorwirft, ketteten sich Aktivisten am Montag ans Haupttor. „Geschlossen wegen Unzuverlässigkeit“, stand auf ihren Transparenten. „Vattenfall ist unfähig, für einen zuverlässigen Betrieb zu sorgen. Die Parallelen zum Trafobrand im Jahr 2007 sind offensichtlich“, sagt Mathias Edler, Atomexperte von Greenpeace

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