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Turbine defekt: Krümmel schon wieder vom Netz

Geesthacht. Erst vor zwölf Tagen war das Atomkraftwerk Krümmel nach zwei Jahren Stillstand wieder hochgefahren worden. Mittwochnachmittag musste die Anlage wieder vom Netz getrennt werden.
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Nach einer erneuten Panne liefert das Atomkraftwerk Krümmel seit Mittwochnachmittag keinen Strom mehr. Erst am 26. April hatten mehr als 1000 Menschen gegen den Betrieb der Anlage protestiert. Am Freitag ist eine 18-stündige Mahnwache geplant.
Foto: Timo Jann
Nach einer erneuten Panne liefert das Atomkraftwerk Krümmel seit Mittwochnachmittag keinen Strom mehr. Erst am 26. April hatten mehr als 1000 Menschen gegen den Betrieb der Anlage protestiert. Am Freitag ist eine 18-stündige Mahnwache geplant.
Gegen 15 Uhr kam es zu einer automatischen Schnellabschaltung der Hauptturbine, nachdem es einen Fehler in einem Eigenbedarfstransformator gab. Der Reaktorbetrieb an sich sei nicht betroffen, lediglich die Leistung wurde heruntergefahren, hieß es beim Betreiber Vattenfall. „Die Ursachenanalyse dauert zurzeit noch an“, sagte Barbara Meyer-Bukow, Sprecherin der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH.
Die Panne kam Mittwochnachmittag durch Zufall ans Licht der Öffentlichkeit: Dem Geesthachter Horst Teichmann war bei Messungen aufgefallen, dass die Wassertemperatur der Elbe zwischen Tesperhude und dem Bereich vor dem Kraftwerk nur um 1,5 Grad differierte – zu wenig für einen Volllastbetrieb. Erst auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigte Betreiber Vattenfall am Nachmittag die Trennung vom Netz. Überrascht von der Krümmel-Panne zeigte sich dagegen das Kieler Aufsichtsministerium, angesiedelt beim Sozialministerium von Gitta Trauernicht (SPD). Deren Sprecher Oliver Breuer gab sich beim Anruf unserer Zeitung ahnungslos: „Wir wissen noch von gar nichts“, hieß es gegen 16.25 Uhr. „Rufen sie doch mal bei Vattenfall an“ – dabei war die Turbine bereits gegen 15 Uhr abgeschaltet worden. Erst gegen 18.15 hieß es in einer knappen Stellungnahme aus dem Ministerium, dass zur genaueren Klärung der Ursache und des weiteren Vorgehens von Seiten der Atomaufsicht Sachverständige hinzugezogen worden seien. Wann die Anlage wieder Strom produziert, war zu Redaktionsschluss unklar.
Die Geesthachter Anti-Atomkraftaktivistin Bettina Boll zeigte sich bestürzt von dem Vorfall: „Es hat sich gezeigt, dass es sich um einen alten Reaktor handelt, den man nicht einfach schnell wieder hochfahren kann.“ Gegenüber unserer Zeitung äußerte sich Mittwochnachmittag auch der ehemalige Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne): „Seit zwei Jahren stand der Reaktor wegen technischer Fehler still. Dass beim Wideranfahren bereits eine Panne im sicherheitsrelevanten Bereich auftrat und Krümmel nach wenigen Tagen Betrieb wieder still steht, ist nicht nur ein Armutszeugnis für Vattenfall, sondern zeigt auch, dass der Reaktor außer Dienst gestellt gehört. Besonders widersinnig wird das Verhalten der Betreiber dadurch, dass diesen durch eine Stilllegung kein Geld verloren ginge, da sie die Reststrommengen problemlos auf neuere Atomkraftwerke übertragen könnten. Statt zwei Jahre am Schrottreaktor rumzubasteln, sollten sie endlich ihre sture Haltung aufgeben und die sieben ältesten Reaktoren abschalten.“
Das Atomkraftwerk Krümmel war erst am 19. Juni nach fast zweijährigem Stillstand wieder ans Netz gegangen. Bereits am Montag hatte es beim Betrieb des Kraftwerks Probleme mit einer Baugruppe im Reaktorschutzsystem gegeben. Anti-Atomkraft-Initiativen planen für Freitag eine 18-stündige Mahnwache am Kraftwerk
4 Kommentare
Anton Klein meint:
Tja, es gab einen Störfall, aber im Gegensatz zum Tschernobyl-Reaktor, der ne Fehlkonstruktion war, haben hier die Sicherheitssysteme reagiert und den Reaktor abgeschaltet. Wie sollen 35% der Stromerzeugung in Deutschland erzeugt werden?? durch umwelt"freundliche" Steinkohle, wenn der Atomausstieg vollzogen wird?? Das ist der falsche Weg. Einzelne Reaktoren, die störfallträchtig sind, könnten zwar abgeschaltet werden, aber es müsste dann Ersatz durch neue, modernere Reaktoren geschaffen werde. Und die Reaktoren, die störungsfrei laufen, länger am Netz lassen. Schweden und Italien haben ihren Atomausstieg gekippt und werden in den nächstne Jahren neue Reaktoren bauen. Polen steigt auch in die Kernenergie ein, Frankreich baut auch neue Reaktoren, die Schweiz.. es kann nicht sein, dass wir als Dinosaurier in Europas Geschichtsbücher eingehen.

Um es ganz derb zu sagen: ob man an Leukämie draufgeht oder am Hautkrebs dank der höheren UV-Strahlung wegen des Treibhauseffektes stirbt, es kommt am Ende das selbe raus.

Übrigens: Es war die SPD, die in den 70er Jahren unter Helmut Schmidt die meisten Reaktoren in Deutschland gebaut hat.
Krümmelmonster meint:
Das was Vattenfall sich dort leistet ist mehr als arm. 100te Spezialisten haben das Kraftwerk "repariert" und nun ist schon wieder was kaputt? Wie kann das sein? Die Regierung muss endlich mal einlenken und die Betreiber zur Vernunft bewegen. Ich glaube nicht das irgendjemand den SuperGAU verantworten möchte.

ATOMKRAFT NEIN DANKE .....
Philipp Anz meint:
@Manfred: Am 27.09., können Sie und alle anderen, bei der Bundestagswahl mit einer entsprechenden Wahlentscheidung, für die endgültige Stilllegung der Reaktoren Krümmel und Brunsbüttel sorgen! -

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