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Krümmel: Schritt für Schritt geht es zurück ans Netz

Geesthacht. Auf diesen Moment hatten die Mitarbeiter des AKW Krümmel lange gewartet: Nach fast zweijährigem Stillstand druckte das Faxgerät im Büro von Fachbereichsleiter Dr. Jürgen Weber im zweiten Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes am Freitag um 14.40 Uhr 30 Seiten mit der Wiederanfahrgenehmigung der Kieler Atomaufsicht aus.
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Im Leitstand des Kernkraftwerkes Krümmel begann am Freitagnachmittag der Wiederanfahrprozess. Bis Dienstagvormittag dauern die nötigen Prüfungen und Regelungen.
Foto: Timo Jann
Im Leitstand des Kernkraftwerkes Krümmel begann am Freitagnachmittag der Wiederanfahrprozess. Bis Dienstagvormittag dauern die nötigen Prüfungen und Regelungen.
Das Zeichen für die Mitarbeiter, den Atommeiler wieder starten zu können. Unser Mitarbeiter Timo Jann war am Freitag exklusiv dabei und dokumentiert die Startphase im Leitstand.
Der Fahrstuhl hat Kraftwerksleiter Hans-Dieter Lucht auf Ebene 21,10 im Reaktorgebäude befördert. Hier, in einem fensterlosen Raum, liegt die Steuerzentrale des Kraftwerkes. Hunderte Lämpchen und Schalter ermöglichen es den Mitarbeitern um Schichtleiter Thorsten Wräuninger, den Betrieb zu Steuern und zu überwachen. Zwölf Monitore zeigen Videobilder aus den verschiedenen Bereichen im Reaktorgebäude und bieten Informationen zu den Funktionen.
Lucht zeichnet das Betriebshandbuch ab, dann übernimmt Wräuninger das Kommando. Auf seine Anweisungen hin beginnt Reaktorfahrer Jesko Schlenter damit, die 205 Steuerstäbe zu ziehen. Am 28. Juni 2007 waren sie während einer Reaktorschnellabschaltung zwischen die Brennelemente geschossen, um den Neutronenfluss sofort zu stoppen. Kernphysiker Michael Koopmann hat genau berechnet, nach welchem Muster die Stäbe eingezogen werden müssen, um einen gleichmäßigen Neutronenfluss zu starten. Konzentriert beobachtet er zusammen mit Schlenter die Anzeigetafel. Parallel dazu überwacht der zweite Reaktorfahrer Frank Paschleben die Hinweise auf den Monitoren. Im Normalbetrieb arbeiten in der Leitwarte zehn Männer.
Nach einer Stunde liegt die Rate der radioaktiven Impulse bei 1000 pro Sekunde – die Kettenreaktion der Kernspaltung erfolgt jetzt automatisch. Die Anlage ist kritisch, wie es die Experten nennen.
Über zwei Tastschalter, „Freigabe“ und „Ausfahren“, setzt Schlenter jeden einzelnen Steuerstab in Betrieb. In der Mitte des Reaktors sind die neuesten der insgesamt 840 Brennelemente platziert. Sie wurden während einer Revision eingesetzt. Die von ihnen erzeugte Energie erhitzt Wasser, das dann als Dampf mehrere Turbinen antreibt. Die setzen einen Generator in Betrieb, der dann Strom erzeugt und diesen ins Netz einspeist. Mit einer Leistung von mehr als 1400 Megawatt ist Krümmel weltweit der größte Siedewasserreaktor. Die im Normalbetrieb jährlich erzeugte Strommenge reicht aus, um drei Millionen Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden zu versorgen. „Wir gehen davon aus, dass wir bis zur nächsten planmäßigen Revision 2010 Strom produzieren“, sagte Lucht.
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1 Kommentar
Holger meint:
ich frage mich warum Krümmel wieder ans Netz geht,es ging doch jetzt fast 2 Jahre ohne dann wird es auch die nächsten Jahre ohne Krümmel gehn.





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