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Leukämie: Experte spricht Krümmel frei

Geesthacht. Was sorgt in Geesthacht und der Elbmarsch für die erhöhte Zahl von Leukämie bei Kindern? Diese Frage beschäftigt seit Jahren die Menschen. Jetzt hat Dr. Peter Kaatsch, der Leiter des deutschen Kinderkrebsregisters der Universität Mainz, das Atomkraftwerk Krümmel als möglichen Verursacher der Krankheit freigesprochen.
Das Kernkraftwerk Krümmel wird von Atomkraftgegnern für die Häufung von Leukämiefällen in der Elbmarsch verantwortlich gemacht.
Foto: Timo Jann
Das Kernkraftwerk Krümmel wird von Atomkraftgegnern für die Häufung von Leukämiefällen in der Elbmarsch verantwortlich gemacht.
„Es ist nicht plausibel, dass ionisierende Strahlung im Normalbetrieb eines Atomkraftwerkes die Ursache der Leukämie ist“, erklärte Kaatsch. Gestern Abend hielt er in Krümmel einen Vortrag vor Mandatsträgern aus der Region, um auf Einladung des Energiekonzerns Vattenfall mit ihnen zu diskutieren. Atomkraftgegner protestierten mit einer Mahnwache gegen die Veranstaltung.
Mal gilt das Atomkraftwerk als Verursacher der Leukämie, mal das GKSS-Forschungszentrum. Beweise gibt es nicht.
Peter Kaatsch, Leiter des deutschen Kinderkrebsregisters, nimmt Stellung zur Leukämie-Häufung rund ums AKW Krümmel.
Foto: Timo Jann
Peter Kaatsch, Leiter des deutschen Kinderkrebsregisters, nimmt Stellung zur Leukämie-Häufung rund ums AKW Krümmel.
Eine große Studie der Mainzer Universität hatte zwar rund um Krümmel eine auffällige Häufung an erkrankten Kindern ergeben, doch woran das liegt, ist unklar. In 19 Jahren sind 16 Kinder (unter 15 Jahren) an dem Blutkrebs erkrankt. Theoretisch hätten es nur fünf Fälle sein dürfen. Bundesweit erkranken statistisch betrachtet von 100.000 Kindern der Altersgruppe jährlich vier an Leukämie. „Generell findet man in der Nähe von Kernkraftwerken in Deutschland eine Erhöhung des Erkrankungsrisikos“, so Kaatsch. Einmalig ist für ihn allerdings, dass alle Häufungen irgendwann nachlassen – nur die in Krümmel tun es nicht. Hier gibt es immer wieder Jahre, in denen kein Leukämiefall aufgetreten ist, dann häufen sich Erkrankungen wieder. Der Mainzer Epidemiologe hofft, dass bundesweit, oder besser noch international, eine Studie gestartet wird, um Ursachenforschung für Leukämie-Erkrankungen bei Kindern zu klären. Kaatsch vermutet vor allem ein schwaches Immunsystem der betroffenen Kinder als Ursache einer Anfälligkeit für Leukämie. Die könnte durch verschiedene regionale Faktoren, etwa Pestizide oder elektromagnetische Strahlen ausgelöst sein. Der Arzt empfiehlt eine Immunforschung.
Einen Störfall in Krümmel, der von Atomkraftgegnern auch häufig als Ursache angeführt wird, sieht Kaatsch nicht. „Dann würden wir viel höhere Krankheitszahlen haben.“ Die natürliche Strahlung ist in Deutschland stellenweise bis zu 10.000-mal höher als die radioaktive Strahlung, die ein AKW im Betrieb an die Umgebung abgibt.
4 Kommentare
Klartext meint:
Hier noch ein Link auf eine AUfschlußreiche Seite :

http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/eine-grandiose-taeuschung/
Klartext meint:
Nur nochmal zur Erinnerung für den Herrn Kaatsch- der scheinbar auf der VATTENVALL- Veranstaltung seine eigene Studie vergessen hat : In seiner Studie steht folgendes :


Die Studie hat insgesamt bestätigt, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Nähe der Wohnung zum Kernkraftwerk zum Zeitpunkt der Diagnose und dem Risiko, vor dem 5. Geburtstag an Krebs, bzw. Leukämie zu erkranken. Die Studie kann allerdings keine Aussage darüber machen, durch welche Risikofaktoren diese Beziehung zu erklären ist

Für mich heißt das : Atomkraftwerke sind gefährlich für unsere Kinder und die sogenannten Experten haben nicht den leisesten Schimmer wieso das so ist.
Athur Atorn meint:
Was soll dem geneigten Leser diese Erkenntnis sagen?
Außer dass eine große Studie zwar ergab, rund um Krümmel ist eine auffällige Häufung an erkrankten Kindern, doch woran das liegt, ist unklar.
Das beruhigt ungemein (bis es üblicherweise ein Gegengutachten gibt) , also keine Furcht mehr vorm frisch eingeschaltetem AKW? Mitnichten!
Vielleicht sollte man bemerken, auch die Bergedorfer Zeitung mit ihrem häufig eigenständigen Ansichten, unterliegt letztendlich dem Axel Springer Konzern. Und der ist bekanntlich ein lautstarkes Sprachrohr der Atomlobbyisten.

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