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Tausendfacher Protest gegen AKW-Neustart

Geesthacht. Mehr als 1000 Menschen, die zum Teil mit Fahrrädern und Bussen aus ganz Norddeutschland angereist waren, forderten mit Transparenten, Luftballons und Gitarrenklängen Sonntagnachmittag friedlich das endgültige Aus des Kernkraftwerks Krümmel.
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Mehr als 1000 Menschen waren aus dem ganzen Norden nach Krümmel gekommen, um mit einem bunten Aktionsnachmittag ein Zeichen gegen die Atomkraft zu setzen.
Foto: Timo Jann
Mehr als 1000 Menschen waren aus dem ganzen Norden nach Krümmel gekommen, um mit einem bunten Aktionsnachmittag ein Zeichen gegen die Atomkraft zu setzen.
Zu dem bunten Aktionsnachmittag hatten Anti-Atomkraft-Initiativen und Parteien aufgerufen. Anlass war der 23. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl.
„Ich erinnere mich genau an den Tag damals, er war wunderschön wie heute – doch wir durften nicht raus“, sagte Bettina Boll vom Bund für Umwelt und Naturschutz (Bund) in Geesthacht. Seitdem sei sie aus Angst vor den Folgen der Atomkraft in Gedanken „100 Mal nach Neuseeland ausgewandert“, so die Geesthachterin. Boll forderte mit einem symbolischen Kraftwerksschornstein, auf dessen Spitze ein Vogelnest thronte, den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie. Mit Transparenten wie „Aus bleibt aus“ oder „Sicher ist nur das Risiko“ stimmten die Demonstranten den Forderungen zu.
Angefacht wurden die Proteste durch einen neuen Fall von Leukämie bei einem Kind in der Elbmarsch (wir berichteten). „Gerade als Mutter wünscht man sich deshalb, dass Krümmel nie wieder ans Netz geht“, sagte Renate Sorgenfrey aus Geesthacht. „Krümmel ist seit zwei Jahren abgeschaltet und wir haben immer noch Strom“, ergänzte Susanne Müller aus Geesthacht.
Zu der Demonstration erklärte die Vorsitzende der GAL Bergedorf, Annette Vollmer: „Der jüngste Leukämiefall in der Elbmarsch zeigt, dass Atomkraftwerke eine sehr starke Bedrohung für die Menschen vor Ort und draüber hinaus sind. Wir Grüne kämpfen also weiterhin für ene Stilllegung aller Atomanlagen – und das auch vor Ort.“
Jochen Stay von der Anti-Atomkraft-Kampagne „ausgestrahlt“ war mit dem Zuspruch zufrieden. Nach seiner Einschätzung kamen 1500 Menschen zu der Demonstration, die Polizei sprach von gut 1000. Angemeldet hatten die Initiatoren 2500 Teilnehmer.
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