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Neuer Fall von Leukämie - Mädchen (9) erkrankt

Geesthacht/Lüneburg. Die Serie von Leukämie-Erkrankungen in der Elbmarsch reißt nicht ab: Wie jetzt bekannt wurde, ist vor etwa sechs Wochen erneut bei einem Kind der gefährliche Blutkrebs diagnostiziert worden.
Kernkraftwerk Krümmel
Foto: DDP
Die atomtechnischen Anlagen in Krümmel stehen bei Kritikern in Verdacht, mit der Häufung von Leukämie-Fällen zu tun zu haben.
Es handelt sich nach Auskunft der Bürgerinitiative gegen Leukämie in der Elbmarsch um ein neunjähriges Mädchen aus Horburg im Landkreis Lüneburg. Horburg liegt nur 5,5 Kilometer Luftlinie von Krümmel entfernt.
„Es ist der 19. Fall in der Umgebung der Atomanlagen Krümmel. Der Albtraum hört nicht auf“, sagt Miriam Staudte, die aus Geesthacht stammt und für die Grünen im niedersächsischen Landtag sitzt. Sie fordert: „Das Wiederanfahren des Atomkraftwerks Krümmel muss gestoppt werden.“ Durch die Erkenntnisse aus der KIKK-Studie sei bereits belegt, dass es im Fünf-Kilometer-Radius um Atomkraftwerke zu einer signifikanten Erhöhung der Leukämien bei Kindern komme. Diese Untersuchung des Deutschen Kinderkrebsregisters in Mainz, die im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz durchgeführt wurde, hatte ergeben, dass das Risiko für null- bis vierjährige Kinder, an Leukämie zu erkranken, wächst, je näher ihr Wohnort an einem Atomkraftwerk liegt.
Sabine Brosowski, stellvertretende Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) gegen Leukämie in der Elbmarsch, sieht eine Gefährdung auch über den Fünf-Kilometer-Radius hinaus und auch für ältere Kinder: „Aber das ist noch nicht untersucht worden.“ Strittig sei eben immer noch die Ursache. Hier müsse es dringend neue Untersuchungen geben. Brosowski: „Es ist ignorant zu behaupten, dass Strahlung nicht die Ursache ist, denn das Cluster ist bei allen deutschen Atomkraftwerken vorhanden.“
Die Grünen-Politikerin Miriam Staudte vermutet wie viele Mitglieder der BI, dass die besondere Häufung um Krümmel auf einen Unfall mit kerntechnischem Material am 12. September 1986 auf dem GKSS-Gelände zurückzuführen ist. Von einer Expertenanhörung im Sozialausschuss am 20. Mai erhofft sie sich neue Erkenntnisse – unter anderem zu den umstrittenen radioaktiven Kügelchen, die Prof. Wladislaw Mironow von der Universität Minsk 2006 im Umkreis von Krümmel fand. Untersuchungen des Landes konnten diese allerdings nicht bestätigen. „Es ist dringend notwendig, neue Bodenproben zu ziehen und mit einem vorher abgestimmten Untersuchungsdesign zu analysieren“, fordert Miriam Staudte.
Für den kommenden Sonntag (14 Uhr) haben Bürgerinitiativen und Atomkraftgegner zu einer zentralen Kundgebung vor dem Atomkraftwerk Krümmel aufgerufen. Anlass ist der 23. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Ziel der Organisatoren ist es, dass der Meiler, der seit dem Trafobrand vom 29. Juni 2007 abgeschaltet ist, nicht wieder ans Netz geht. Auch Sabine Brosowski wird bei der Kundgebung als Sprecherin auftreten.
2 Kommentare
Thomas Kossatz, Büchen meint:
Weil angeblich die GKSS einen Unfall hatte, wird gegen Krümmel demonstriert. "... und keiner weiss warum"

Wer demonstriert für mehr Forschungsmittel zur kindlichen Leukämie? Deren Ursachen sind unbekannt. Im ganzen Land erkranken Kinder, die offenbar nicht der Demo wert sind.

Wer's nicht glaubt, lese den Krebsbericht
http://www.ekr.med.uni-erlangen.de/GEKID/Doc/kid2008.pdf
Ronni meint:
Alle schreien immer nach dem AKW - merkwürdig ist nur, das der Wind meist aus Richtung Niedersachsen kommt. Und was sehe ich wenn ich in die Richtung schaue > ein Chemiewerk fast direkt gegenüber vom Akw. Warum macht man dort keine Messungen und nimmt Bodenproben ?
" Nein, das will ja keiner wissen, weil ihr dort arbeitet "
Wir wohnen direkt neben dem AKW und hier ist alles ok. Also kann es daran nicht liegen.

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