Platznot

Zweiter Hochzeitswald: Viel Platz für neue Bäume

Die Pflanzaktionen im Hochzeitswald am Dösselbuschberg sind immer ausgebucht. Deshalb sucht die Stadt jetzt nach einer neuen Fläche.

Foto: Timo Jann

Die Pflanzaktionen im Hochzeitswald am Dösselbuschberg sind immer ausgebucht. Deshalb sucht die Stadt jetzt nach einer neuen Fläche.

Geesthacht. Auf dem Ackerland am Finkenweg-Nord könnte Geesthachts zweiter Hochzeitswald entstehen. Im ersten ist kaum noch Platz für neue Bäume.

Geesthacht..  Es ist eine liebgewonnene Tradition zur Hochzeit, Geburt oder Geburtstagen, einen Baum im Hochzeitswald zu pflanzen. Nur leider reicht der Platz am Dösselbuschberg nur noch bis 2018. „Deshalb brauchen wir spätestens ab 2019 eine neue Fläche“, erklärte Franko Stein vom städtischen Umweltamt den Mitgliedern des Planungs- und Umweltausschusses.

Stein präsentierte nach langer Suche einen geeignet erscheinenden Standort. Und zwar an der Ecke Wilhelm-Holert-Straße und Sommerpostweg. Ein Acker, der zurzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird, könnte zum Hochzeitswald werden. Das drei Hektar große Feld ist im Eigentum der Stadt. Der Clou bei der Sache: Der für die Erschließung des Neubaugebiets Finkenweg-Nord in Sichtweite schräg gegenüber nötige ökologische Ausgleich könnte auf dem Gelände quasi als erster Abschnitt ebenfalls realisiert werden und damit die Basis für den Hochzeitswald 2.0 bieten. Für keine gute Idee hielt Stein die Anregungen aus dem Ausschuss statt eines neues Waldes lieber Hecken, einzelne Bäume in der Innenstadt oder Obstbäume auf einer Wiese zu pflanzen.

Die Idee zum Hochzeitswald entstand bereits 1994. Die ersten Bäume wurden 1997 gepflanzt. 2018 werden auf der zwei Hektar Fläche etwa 400 Bäume stehen. Dabei wurde die Idee anfangs nicht so gut angenommen, aber mittlerweile gibt es mehr Anfragen als Kapazität. Für den nächsten Termin im April ist aktuell nur noch ein Baum zu haben, so Stein. „Die Pflanzaktion ist nicht nur eine beliebte Tradition geworden, es ist auch eine sehr positive Werbeaktion für die Stadt“, sprach sich der Experte für eine Fortführung aus. „Der Hochzeitswald ist so etwas wie die grüne Lunge für die Stadt.“

Außer dem Acker am Sommerpostweg hatte Stein in direkter Nachbarschaft zum bestehenden Hochzeitswald eine 6000 Quadratmeter große Fläche für eine Erweiterung ausgemacht. Die gehört allerdings dem Kreis, der dort die Hachede- und Berufsschule betreibt. Ein Verkauf käme wohl nur zu den aktuellen Baulandpreisen in Frage. Und das lehnt Stein trotz der perfekten Lage ab.

Jetzt liegt es an der Politik, zeitnah die Weichen für den Hochzeitswald 2.0 zu stellen. Nach einer Fraktionsberatung – auf Wunsch der SPD – soll die Entscheidung bereits am 14. Februar im Umweltausschuss fallen.