In den Schnee geschrieben Amok-Drohung legt Schule lahm

Nach Amokdrohung an der Bertha-von-Suttner Schule fällt der Unterricht aus.

Foto: Timo Jann / BGZ

Nach Amokdrohung an der Bertha-von-Suttner Schule fällt der Unterricht aus.

Geesthacht. Amok-Drohungen auf einer verschneiten Tischtennis-Platte und einer Fensterbank: Polizei und Schulleitung schicken Schüler nach Hause.

Geesthacht.  Ausnahmezustand an der Bertha-von-Suttner-Schule (BvS): Unbekannte haben gestern früh einen Amoklauf angedroht. „Wir haben die Lage mit der Schulleitung bewertet und entschieden, die Schule zu schließen“, erklärte Geesthachts Polizeichef Andreas Dirscherl. Mehr als 1000 Schüler der Klassen eins bis zehn mussten wieder nach Hause, auch Lehrer und Putzfrauen verließen die Schule vorsorglich. „Es gab eine Dienstanweisung, dass niemand mehr in den Gebäuden sein darf“, erklärte Jürgen Sievers, kommissarischer BvS-Leiter. Er hielt allein die Stellung. Passiert ist entgegen der Ankündigung nichts.

Zwei schriftliche Drohungen

Es war gegen 7.30 Uhr, als Schüler im Schnee auf einer Tischtennisplatte auf dem Schulhof die Amokdrohung entdeckten. Sie fand sich auch mit einer Tonscherbe auf eine Fensterbank geschrieben. Die sofort informierte Schulleitung zog die Polizei hinzu.

Grundschüler mussten lange warten

Unter dem Schutz mehrerer Polizisten mussten die Schüler die BvS-Gebäude am Schulweg und am Dösselbuschberg verlassen. Während die Kinder ab der 5. Klasse selbstständig entlassen wurden, mussten die Lehrer aus der Grundschule die Kinder in die Obhut von Eltern übergeben.

„Ich hätte mir gewünscht, dass die Kinder nicht solange in der Schule bleiben müssen, sondern an einen sicheren Ort geführt worden wären“, kritisierte Jenny Belitz, als sie gegen 8.45 Uhr Tochter Jamie (9) und drei Mitschüler abholte. „Ich bin von einer anderen Mutter informiert worden und konnte es mit der Arbeit zum Glück einrichten.“ In anderen Fällen gestaltete sich die Abholung der Kinder schwierig, denn die BvS ist eine gebundene Ganztagsschule. Viele Eltern setzen auf die Betreuung ihrer Kinder bis 15.30 Uhr.

Elternvertreter nicht informiert

Lehrer hatten Telefonketten gestartet, so die Eltern der Grundschüler informiert. An den Elternvertretern Volker Samuelsson und Volker Harburg ging das vorbei. „Uns hat niemand informiert, wir haben das über soziale Netzwerke erfahren“, berichtete Harburg. Die beiden Elternvertreter eilten sofort zur Schule, um sich zu informieren.

Um 12.30 Uhr sollte es knallen

Dort hatten Dirscherl und Sievers ihre Beratung schnell abgeschlossen. „Es gab zwei Hinweise. Einer mit einer Uhrzeit auf 12.30 Uhr, der andere für 15.30 Uhr. Wir hatten also einen gewissen Vorlauf, alles in die Wege zu leiten“, sagte Dirscherl. Schon gegen 9.30 Uhr war am Dösselbuschberg niemand mehr in der Schule, am Schulweg dauerte es etwas länger, ehe alle Kinder abgeholt waren.

Dirscherl: „Wir setzen jetzt darauf, dass die Lehrer das Thema im Unterricht aufgreifen. Wir werden als Polizei weiter Präsenz zeigen, in den Klassen in der kommenden Woche auch darüber informieren, was so eine Androhung auslösen kann.“ Der Polizeichef warnte davor, so etwas auf die leichte Schulter zu nehmen. „Der Schreck wäre sicher groß, wenn unser Einsatzkommando hätte anrücken müssen.“

Fast wie vor einem Jahr

Es war nicht die erste Amok-Drohung an der BvS. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte es am 9. Februar 2015 eine ähnliche Drohung gegeben. Ein Täter konnte nicht ermittelt werden. In Glinde beließen es mehrere Schulen in einem ähnliche Fall kürzlich bei Polizeipräsenz, sagten den Unterricht nicht ab. „Wir haben auch diesmal noch keine Hinweise auf Tatverdächtige und werden wohl auch nicht über die Schrift jemanden ermitteln können“, erklärte Dirscherl.