Schriftgröße: A A A
Logo der Bergedorfer Zeitung
http://www.bergedorfer-zeitung.de/geesthacht/article142299/Marode_Faesser_beschaeftigen_den_Landtag.html
Link in E-Mail oder Instant-Message einfügen close

Marode Fässer beschäftigen den Landtag

Geesthacht. 1100 Fässer mit strahlendem Müll liegen unter dem Kernkraftwerk Krümmel - Zustand unbekannt. Diese Nachricht regt Leser und Politiker auf. Am Freitag beschäftigen die Fässer den Landtag Schleswig-Holsteins.
Zurück Bild 1 von 2 Weiter
Das Atomkraftwerk Krümmel an der Elbe ist abgeschaltet. Für Aufregung sorgt es dennoch.
Foto: Jann
Das Atomkraftwerk Krümmel an der Elbe ist abgeschaltet. Für Aufregung sorgt es dennoch.
„Der gemeine Bürger wird für dumm verkauft.“ „Ich bin fassungslos, ich bin entsetzt.“ „Kriminal-Tango in der Kaverne. Rostige Fässer und keine Sicht.“ – Das sind nur einige Reaktionen unserer Online-Leser auf die Nachricht, dass nicht nur in Brunsbüttel, sondern auch unter dem Atomkraftwerk Krümmel Fässer mit gefährlicher Strahlung lagern. Und mit 1100 sogar 500 mehr als in Brunsbüttel.
Vor allem die mangelhafte Kommunikation der Energieriesen lässt das Vertrauen schwinden. Auch Olaf Schulze (SPD), Mitglied des Landtags, kritisiert die Informationspolitik von Vattenfall. „Jedes Mal, wenn wieder etwas passierte, versprachen die Verantwortlichen ihre Informationspolitik zu verbessern, doch nichts ist geschehen. Seit dem Trafo-Brand in Krümmel habe ich das Versprechen bestimmt sechs Mal gehört“, sagt Schulze. „Ich gehe davon aus, dass die Landesregierung an der Sache dran bleibt und alles aufklärt.“
Am Freitag werden die Fässer Thema im Landtag sein. Einen engeren Austausch zwischen Atomaufsicht und Vattenfall erwartet der CDU-Landtagsabgeordnete Markus Matthießen. „Tatsache ist, dass die Existenz eines Bereichs, der so strahlend ist, dass ihn niemand betreten darf, nicht gerade zur Vertrauensbildung beiträgt.“
Matthießen sieht in dem Ärger rund um die korrodierenden Fässer aber ein gesamtgesellschaftliches Problem: „Die Endlagerfrage ist noch nicht geklärt. Das ist ein unangenehmes Thema, aber wir müssen uns dem stellen“, sagt Matthießen. Deshalb findet er es richtig, dass Gorleben ergebnisoffen erkundet wird. Der CDU-Politiker meint: „Alles, was mit Kernenergie zu tun hat, wird schnell skandalisiert.“ Möglicherweise ein Grund für die mangelhafte Kommunikation der Energiekonzerne. „Aber Sicherheit ist oberstes Gebot.“
51 Fragen und Antworten hat die Atomaufsicht Schleswig-Holstein zu den korrodierenden Fässern veröffentlicht, etwa wie viele Fässer bereits umgelagert sind oder ob eine Kamerainspektion in den Kavernen durchgeführt werden soll. Zu Krümmel heißt es: „Im Kernkraftwerk Krümmel sind bei Umfüllvorgängen in den vergangen Jahren umfangreiche Überprüfungen von eingelagerten Fässern durchgeführt worden. Dabei wurden keine Fässer auffällig.“
4 Kommentare
Matthias Wilde meint:
Das hier etwas schiefläuft, kann jeder sehen. Aber es muss doch jemanden geben, der die lustig vor sich hin wurstelnde Bande in die Schranken weisen kann. Ich hätte jetzt einfach mal auf den Kieler Landtag getippt, der entsprechende Anfragen stellen kann und durch das Einbringen von Gesetzesvorschlägen auch die Bundesatomverseuchungsbehörde ein wenig in Schwung versetzen könnte. Irgendwer muss doch die Typen benennen können, die gewisse Vorteile davon haben, dass wir jetzt ein strahlendes Problem unter den Füßen haben. Das wären gute Informationen für die nächste Wahl!
Aber alle üben sich in gepflegtem Erstaunen, und ein Herr Matthießen sieht sogar ein gesamtgesellschaftliches Problem im Atommüll. Wie das? Nimmt die Strahlung ab, wenn wir den Müll akzeptieren? Der Mann redet von Kommunikationsproblemen und ergebnisoffenen Prüfungen in Gorleben, und dass das Ganze ein unangenehmes Thema ist. Ja, aber nur für Befürworter der Nutzung einer nicht beherrschten Energieform. Hätte man die Abfallentsorgung von Anfang an den Versorgern auferlegt, wäre Atomstrom niemals zu so einer Größe gewachsen. Der Ausstieg aus diesem Wahnsinn ist einfach nur überfällig, und Politiker, die jetzt vor einer "Skandalisierung" der Debatte warnen, sind nicht auf der Höhe der Zeit. Gorleben wurde lange als nahezu einzige Möglichkeit erkundet, und es ist bezeichnend, dass es nach Jahrzehnten noch immer nicht gelungen ist, die Tatsachen so zu verfälschen, dass man eine Eignung befürworten kann. Wo sind die Alternativen?
maxernst meint:
die fässer sind so marode wie der landtag und nicht zu vergessen der hamburger senat......
Nordmann meint:
Zitat: „Alles, was mit Kernenergie zu tun hat, wird schnell skandalisiert.“ und Zitat:„Die Endlagerfrage ist noch nicht geklärt. Das ist ein unangenehmes Thema, aber wir müssen uns dem stellen.“ Ach so !

Dert eigentliche Skandal, ist der unglaublich laxe Umgang der Landesregierung SH mit Vattenfall und all den bereits bekannten Vorfällen.
Dem Thema Endlagersuche, hätte sich die Landesregierung schon lange stellen können, jetzt aber will sie damit anfangen. Jetzt schon !!!
Man sollte diesen "Dreck" rausholen, verladen und diesen Herrschaften vor den Kieler Landtag werfen.
Dann und wirklich erst dann, würde etwas geschehen.


Onlineanzeigenannahme