04.03.12

Elbstraße

Bald rollen die Bagger

Geesthacht. Es war wohl die letzte Möglichkeit, das Sanierungsprojekt "Rund um St. Salvatoris" zu beschränken. Doch die Geesthachter Ratsversammlung stimmte gegen einen Antrag der Grünen, die Kosten für die Sanierung der Elbstraße auf 410.000 Euro zu begrenzen. Für die Anwohner ist das ein Desaster. Von Kim Nadien Meyer

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Foto: Timo Jann

Gegen die geplanten Arbeiten rund um die Kirche St. Salvatoris regt sich der Widerstand der Anwohner.

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Die geplanten Baumaßnahmen werden sich wohl über längere Zeit hinziehen. Die Anwohner werden an den anfallenden Kosten beteiligt.

"Die Elbstraße soll saniert werden, aber nicht, koste es was es wolle." Das ist das Credo von Geesthachts Grünen-Chef Ali Demirhan. Deshalb appellierte er am Freitagabend in der Ratsversammlung an die anderen Fraktionen, die Kosten für das Projekt "Rund um St. Salvatoris" auf 410.000 Euro zu beschränken. "Wo ist unsere Schmerzgrenze?", fragte er. Die Gesamtkosten belaufen sich mittlerweile auf knapp 1,1 Millionen. "2011 lagen die kalkulierten Kosten noch bei 764.000 Euro. Wo soll das noch hinführen?"

Während er von den Anwohnern der Elbstraße Beifall erntete und auch von den Linken Rückendeckung bekam, gab es Schelte von den gegnerischen Parteien. "Ihr Antrag hört sich gut an, aber er ist schlicht unredlich", schimpfte SPD-Chef Samuel Walter Bauer. "Sie suggerieren, dass für 400.000 Euro etwas zu haben ist, was deutlich teurer ist." Er kritisierte, dass die von Demirhan genannte Summe aus dem Jahr 2003 stammt, als es noch gar keine richtige Planung für das Projekt gab. An die Elbstraßenanlieger gewandt, sagte er: "Wir sind verpflichtet, Anliegerbeiträge zu erheben." Auch wäre es gesetzeswidrig, diese vor Abschluss der Planung zu beziffern.

Auch Bürgermeister Volker Manow sprach sich explizit gegen den Antrag der Grünen aus: "Der Antrag gibt vor, die Kosten für die Sanierungsmaßnahme auf den Stand von 2003 zu senken. Das ist aber unrealistisch und lässt sich sachlich nicht herleiten." Die Maßnahme, wie sie heute geplant ist, werde das Gebiet aufwerten – und sei ja im Übrigen auch von Vertretern der Grünen mit entwickelt worden, so Manow.

Den scheinbaren Meinungsumschwung der Grünen kritisierte auch Rüdiger Tonn (FDP). Er warf Ali Demirhan Wahlkampf-Getue vor. Auch in Richtung Anlieger gab es Spitzen: "Bis zum Jahr 2008 haben wir sachlich diskutiert, dann fand das Hotel Stadt Hamburg einen Käufer." Hier lebt heute der Kunstprofessor Werner Büttner, der den Anwohnerprotest organisiert. "Wir können die Anliegerbeteiligung nicht wegdiskutieren", so Tonn. "Irgendwann betrifft das in der Stadt jeden Grundstückseigentümer."

Doch nicht jedes Gebiet wird so aufwendig saniert. Während die neuen Abwasserleitungen für um die 150.000 Euro von den Gebührenzahlern getragen werden, wird die Straßensanierung von Bund und Land gefördert – mit Ausnahme der neuen Treppe und den übrigen Baumaßnahmen auf dem St.-Salvatoris-Gelände, die eigens mit 120.000 Euro zu Buche schlagen. Dass das Geld für die Treppe bewilligt wird, obwohl sie laut Innenministerium nicht förderfähig ist (wir berichteten), regt die Anwohner auf: "An anderer Stelle, siehe Kleines Theater, wird so drastisch gestrichen. Und hier?", sagte Anwohner Bernd Inter.

Am Ende jedoch hatten die Gegner keine Chance. Und nun werden bald die Bagger rollen.

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