Streit
Rettungsdienst: DRK droht Kreis mit Klage
Freitag, 17. Februar 2012 15:49
Geesthacht. Im Streit zwischen dem Kreis Herzogtum Lauenburg und dem DRK wegen gefälschter Rechnungen und anderen Problemen steht eine Vertragskündigung offenbar unmittelbar bevor. Für diesen Fall erwägt das DRK eine Klage gegen den Kreis.

Foto: Jann
Das DRK verliert wohl den Auftrag des Kreises Herzogtum Lauenburg für den Rettungsdienst.
Sollte der Kreis Herzogtum Lauenburg seine Zusammenarbeit mit dem Kreisverband
des Deutschen-Roten-Kreuzes (DRK) kündigen, droht die Hilfsorganisation mit
einer Klage. „Eine wie auch immer geartete Kündigung ist, jedenfalls
rechtlich, nicht haltbar“, sagt Martin Turowski, der Geschäftsführer des
DRK-Kreisverbandes. Schon seit 56 Jahren leistet die Organisation im Auftrag
des Kreises den Rettungsdienst im Lauenburgischen. Ab 2013 wird
voraussichtlich ein anderes Unternehmen den prestigeträchtigen Job
übernehmen.
Wie berichtet, ist es nach Abrechnungsproblemen und
sogar gefälschten Rechnungen zu einem Streit zwischen Verwaltung und Politik
auf der einen Seite, sowie dem DRK auf der anderen Seite gekommen. Turowski
sieht die Vorwürfe gegen das DRK durch die Arbeit selbst eingeschalteter
Wirtschaftsprüfer entkräftet. „Unklarheiten sind in einer Situation der
Umstellung der Buchhaltung des Kreises von der Kameralistik auf die Doppik
aufgetreten. Deshalb sind Schnittstellenfragen von beiden Seiten bei der
Veränderung nicht optimal gelöst worden. Und dabei sind Fehler entstanden“,
räumt der Geschäftsführer ein. Allerdings zieht sich das DRK diesen Schuh
nicht alleine an.
Wie tief das Verhältnis zwischen dem DRK und der Kreisverwaltung tatsächlich
gestört ist, geht aus der Vorlage für die Sitzung des entscheidenden
Innenausschusses am Donnerstag hervor. „Auf eine Anfrage des
Rechnungsprüfungsamtes vom 7. November 2011, warum dem Kreis Rechnungen zur
Verrechnung vorgelegt wurden, die bereits beglichen waren, seht eine Antwort
bis heute aus“, schreibt die Leitende Verwaltungsdirektorin Dörte Kröpelin
und macht damit deutlich, wie das DRK mit seinem Auftraggeber, dem Kreis
Herzogtum Lauenburg, umgeht. Kröpelin: „Die Antworten des DRK zu den
Anfragen des Kreises trugen zunehmend weniger zur Aufklärung und sachlichen
Aufarbeitung der offenen Fragen bei.“
Der DRK-Geschäftsführer Turowski sieht die Probleme hingegen als „abgestellt“
an, sie könnten „so nicht mehr auftreten“. Er setzt Hoffnungen in die noch
laufenden Gespräche zwischen der Kreisverwaltung, der Politik und dem DRK,
von denen er sich „eine einvernehmliche Lösung“ verspricht.
Als neuer Partner des Kreises steht unterdessen die
„Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein“ in den Startlöchern. Dort
würde man die aktiven Retter des DRK weiterbeschäftigen, aber auf den
Verwatungsapparat verzichten.tja

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Guckst Du hier meint:
Konfuzius sagt... meint:
Trotzdem, der Job den die vielen Kolleginnen und Kollegen des dortigen Rettungsdienst gemacht haben, ist außerordentlich gut!
Noch was zu den Zahlen und den "Lobeshymnen auf die RKiSH. Die Gesellschaft ist mit 2.4 Millionen zum 31.12.2009 überschuldet. Wenn die 4 jetzigen Kreise nicht regelmäßig Geld in die RKiSH Pumpen würden, wäre der Laden längst Pleite!
Diejenigen die ernsthaft daran denken, dass der Kreis Herzogtum Lauenburg dort Mitgesellschafter werden sollte, möge bitte Politikern und Bürgern erklären, dass das Eintrittsgeld 1/5 der bisher aufgelaufenen Schulden ist.
Ich halte es für kein überzeugendes Konzept, den bisher vollständig zuschussfreien Rettungsdienst des DRK gegen das wahrscheinlich dauerhafte Missmanagement der RKiSH einzutauschen.
Richtig ist natürlich, dass DRK zu nachhaltigen Konsequenzen aus dieser unwürdigen Affäre angehalten wird.
Ein Ratzeburger meint: