17.02.12

Streit

Rettungsdienst: DRK droht Kreis mit Klage

Geesthacht. Im Streit zwischen dem Kreis Herzogtum Lauenburg und dem DRK wegen gefälschter Rechnungen und anderen Problemen steht eine Vertragskündigung offenbar unmittelbar bevor. Für diesen Fall erwägt das DRK eine Klage gegen den Kreis.

Das DRK verliert wohl den Auftrag des Kreises Herzogtum Lauenburg für den Rettungsdienst.
Foto: Jann Das DRK verliert wohl den Auftrag des Kreises Herzogtum Lauenburg für den Rettungsdienst.

Sollte der Kreis Herzogtum Lauenburg seine Zusammenarbeit mit dem Kreisverband des Deutschen-Roten-Kreuzes (DRK) kündigen, droht die Hilfsorganisation mit einer Klage. "Eine wie auch immer geartete Kündigung ist, jedenfalls rechtlich, nicht haltbar", sagt Martin Turowski, der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes. Schon seit 56 Jahren leistet die Organisation im Auftrag des Kreises den Rettungsdienst im Lauenburgischen. Ab 2013 wird voraussichtlich ein anderes Unternehmen den prestigeträchtigen Job übernehmen.

Wie berichtet, ist es nach Abrechnungsproblemen und sogar gefälschten Rechnungen zu einem Streit zwischen Verwaltung und Politik auf der einen Seite, sowie dem DRK auf der anderen Seite gekommen. Turowski sieht die Vorwürfe gegen das DRK durch die Arbeit selbst eingeschalteter Wirtschaftsprüfer entkräftet. "Unklarheiten sind in einer Situation der Umstellung der Buchhaltung des Kreises von der Kameralistik auf die Doppik aufgetreten. Deshalb sind Schnittstellenfragen von beiden Seiten bei der Veränderung nicht optimal gelöst worden. Und dabei sind Fehler entstanden", räumt der Geschäftsführer ein. Allerdings zieht sich das DRK diesen Schuh nicht alleine an.

Wie tief das Verhältnis zwischen dem DRK und der Kreisverwaltung tatsächlich gestört ist, geht aus der Vorlage für die Sitzung des entscheidenden Innenausschusses am Donnerstag hervor. "Auf eine Anfrage des Rechnungsprüfungsamtes vom 7. November 2011, warum dem Kreis Rechnungen zur Verrechnung vorgelegt wurden, die bereits beglichen waren, seht eine Antwort bis heute aus", schreibt die Leitende Verwaltungsdirektorin Dörte Kröpelin und macht damit deutlich, wie das DRK mit seinem Auftraggeber, dem Kreis Herzogtum Lauenburg, umgeht. Kröpelin: "Die Antworten des DRK zu den Anfragen des Kreises trugen zunehmend weniger zur Aufklärung und sachlichen Aufarbeitung der offenen Fragen bei."

Der DRK-Geschäftsführer Turowski sieht die Probleme hingegen als "abgestellt" an, sie könnten "so nicht mehr auftreten". Er setzt Hoffnungen in die noch laufenden Gespräche zwischen der Kreisverwaltung, der Politik und dem DRK, von denen er sich "eine einvernehmliche Lösung" verspricht.

Als neuer Partner des Kreises steht unterdessen die "Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein" in den Startlöchern. Dort würde man die aktiven Retter des DRK weiterbeschäftigen, aber auf den Verwatungsapparat verzichten.

Martin Turowski, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, kündigt eine Klage an, sollte der Kreis die Zusammenarbeit mit dem DRK einstellen wollen.
Foto: Jann Martin Turowski, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, kündigt eine Klage an, sollte der Kreis die Zusammenarbeit mit dem DRK einstellen wollen.
tja
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