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Elbe gesperrt - Eisbrecher nach Hamburg verlegt

Geesthacht. Die Schifffahrt auf der norddeutschen Oberelbe ist eingestellt. Die bis zu 1200 PS starken Eisbrecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes haben ihre Einsatzpositionen bezogen. Acht der Spezialschiffe machten sich auf den Weg nach Hamburg.
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Es kracht und knirscht: Acht Eisbrecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes mit Heimathafen Geesthacht fahren durch das Treibeis in die Schleuse. ...
Foto: Jann
Es kracht und knirscht: Acht Eisbrecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes mit Heimathafen Geesthacht fahren durch das Treibeis in die Schleuse. ...
Das eisige Wetter dieser Tage weckt bei vielen Erinnerungen an den Winter 1996: Damals war das Treibeis auf der Elbe im Februar zum Stillsand gekommen. In Tesperhude konnte man zu Fuß den gut 300 Meter breiten Fluss überqueren. Am Ufer herrschte Volksfeststimmung, es gab Bratwurst- und Glühweinstände, Autos von Touristen verstopften die Elbuferstraße. Unterhalb von Krümmel war das Atomkraftwerk in Betrieb. Die Elbe war hier wegen des eingeleiteten warmen Wassers aus der Kühlung eisfrei ein seltenes Schauspiel.
Als später wieder milder wurde, mussten die in Geesthacht stationierten Eisbrecher das dick aufgetürmte Packeis 230 Kilometer weit bis Magdeburg aufbrechen. Ein Job, der sich wochenlang hinzog. So lange war die Schifffahrt auf der Elbe eingestellt.
Danach sieht es allerdings derzeit nicht aus. Aber die Verantwortlichen des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) beobachten die Lage regelmäßig. Als Schwachstelle im Eisabfluss gilt das Stauwehr unterhalb der Geesthachter Elbbrücke. Hier wurde 1993 der Eisbrecher „Bison“ tagelang in den mehrere Meter hoch aufgetürmten Eismassen eingeschlossen, die Besatzung musste das Schiff verlassen.
Vorsorglich wurden am Freitag acht der zehn im Geesthachter Hafen stationierten Eisbrecher nach Hamburg verlegt. Von hier aus sorgen sie jeweils bei ablaufendem Wasser für einen reibungslosen Ablauf der Eisschollen in Richtung Nordsee.
So soll verhindert werden, dass die Eisschollen sich verkeilen, den Fluss blockieren und es dahinter zu einem Stau des Wassers kommt. So eine Eisbarriere hatten Pioniere der Bundeswehr vor 25 Jahren vor Spadenland auf der Elbe sprengen müssen, weil sich dahinter rasend schnell ein Hochwasser gebildet hatte.
Zwei Eisbrecher bleiben vorsorglich in Geesthacht liegen, um von hier aus operieren zu können. Die Motoren der Spezialschiffe leisten bis zu 1200 PS.
In den beiden vergangenen Wintern waren die Besatzungen stark gefordert, weil auf Elbe, Elbe-Lübeck-Kanal und Elbe-Seiten-Kanal wochenlang Eiszeit war. Erstmals ist in dieser Saison ist der neu in Dienst gestellte Eisbrecher „Keiler“ mit am Start und muss sich bewähren.
3. Januar 1963: Der Eisweg kostet die halbe Fährgebühr
Aus der Lauenburgischen Landeszeitung:
Innerhalb der Buhnen ist die Elbe zumeist bis auf den Grund zugefroren. Bei Geesthacht und in Lauenburg liegen drei Eisbrecher in Bereitschaft, die beim Einsetzen von Tauwetter mit dem Aufknacken der Eisdecke beginnen sollen. Oberhalb der Staustufe ist die Elbe bis weit über die Zonengrenze hinaus fest zugefroren. Bei Tesperhude ist mit behördlicher Genehmigung eine Straße für Kraftwagen über das Eis freigegeben worden. Die Decke ist so stark, dass heute auch Lastwagen zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein pendeln können. Für den Eisweg wird die halbe Fährgebühr kassiert. Ein Schild macht darauf aufmerksam, dass Beifahrer während der Überfahrt aussteigen müssen.
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