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500 Euro – Nicht klein zu kriegen

Geesthacht. Eigentlich wollte Pfarrer Eberhard Guttmann nur eine Spende in Höhe von 500 Euro gerecht aufteilen. Doch keine Bank wollte den großen Schein wechseln.
500 Euro
Foto: Meyer
Wer bei Banken mit dem "großen Geld" wedelt, wird nicht überall wie "König-Kunde" behandelt.
Vorsichtig holt Pfarrer Eberhard Guttmann den Schein aus dem Briefumschlag. Lila ist er und groß. Er passt kaum ins Portemonnaie. 500 Euro. So einen Geldschein hatte der Pfarrer noch nie in der Hand.
Kein Wunder. Größere Summen werden heute meist mit Karte bezahlt. Viele Händler weisen sogar darauf hin, dass sie maximal 100-Euro-Scheine annehmen. „Ich habe das Geld als Spende bekommen und will es an verschiedene Institutionen weitergeben“, so der 71-Jährige. Doch das gestaltet sich komplizierter als gedacht.
500 Euro
Foto: Kim Nadine Meyer
Dieser Schein gibt ihm ein Rätsel auf: Eberhard Guttmann, Pfarrer im Ruhestand, will den großen Schein wechseln. Ein schwieriges Unterfangen.
Pfarrer Guttmann war 22 Jahre in der katholischen St. Christopherusgemeinde in Lohbrügge tätig. Zum Jahresbeginn ist er in den Ruhestand gegangen und nach Geesthacht umgezogen. Bei einer ersten Erkundung der Fußgängerzone wollte er seinen 500-Euro-Schein in kleinere Scheine umtauschen.
„Zuerst bin ich zur HypoVereinsbank gegangen“, erzählt Guttmann. Die Kasse war geschlossen. „Sie ist nur vormittags geöffnet“, informierte ihn eine Mitarbeiterin. Ob er denn ein Konto bei der Bank habe? Als Pfarrer Guttmann verneinte, musste er unverrichteter Dinge wieder gehen. Der Senior steuerte die benachbarte Commerzbank an. Doch der ältere, traditionsbewusste Herr war irritiert: „Im Foyer stand ein Motorroller. Das kam mir unseriös vor.“ Mit dem Motorroller wirbt die Bank derzeit für Kreditfinanzierungen. Der Neu-Geesthachter ging lieber wieder hinaus. Auf zur Kreissparkasse, gleich gegenüber. Doch auch hier blitzte Guttmann als Nichtkunde ab.
Ansgar Klekamp, Filialdirektor der HypoVereinsbank und Holger Siedentopf, Pressesprecher der Kreissparkasse bestätigen, dass nicht jeder in den Filialen Geld wechseln kann. „Für unsere Kunden ist der Wechsel von Geldscheinen derselben Währung unbegrenzt zugelassen“, sagt Siedentopf. Nichtkunden allerdings werde der Umtausch nur bis 300 Euro gewährt. Hintergrund seien Auflagen aus dem Geldwäschegesetz.
Auch Ansgar Klekamp wundert es nicht, dass Pfarrer Guttmann in seiner Filiale keinen Erfolg hatte: „Unsere Kasse ist von Montag bis Mittwoch in Geesthacht nur vormittags geöffnet., donnerstags und freitags den ganzen Tag.“ Aber selbst dann brauche man für die Zahlungsvorgänge eine Kundenkarte.
Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein: „Der Geldwechsel ist eine Serviceleistung, die eine Bank verweigern kann, wenn man nicht Kunde ist.“ Pfarrer Guttmann will nun den Schein bei seiner Hausbank umtauschen – in Bergedorf.
15 Kommentare
erbse meint:
Noch so ein Fall

http://www.come-on.de/nachrichten/maerkischer-kreis/altena/geldwechsel-kann-kleinen-problem-werden-1453176.html

Und neuerdings?
http://www.talkteria.de/forum/topic-162721.html
heinzelmann meint:
Alles schon sehr merkwürdig. Ich habe noch niemals Schwierigkeiten beim Geldwechseln gehabt, ganz egal, wie groß der Betrag war und das auch noch bei jeder Bank, auch ohne " Eigenkonto ". Sehe ich etwa so seriös aus ? ;-)
Alex meint:
Ich habe mal vor 3 Jahren ein Digitalrückteil in Hamburg an einen Fotografen verkauft. Er bezahlte mit 10 500 Euro Scheinen, allesamt echt. Auf der Rückfahrt wollte ich tanken, Wagen war fast leer, hatte jedoch meine Brieftasche zu Hause vergessen, also nix mit EC Karte ...

Es war nicht möglich irgendwo mit 500 Euro zu zahlen, bzw. das Geld zu wechseln. Fazit: mit 5000 Euro in der Tasche kann man trotzdem "pleite" sein ...

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