Problem Geldwechsel
500 Euro – Nicht klein zu kriegen
Montag, 30. Januar 2012 17:35
- Von Kim Nadine Meyer
Geesthacht. Eigentlich wollte Pfarrer Eberhard Guttmann nur eine Spende in Höhe von 500 Euro gerecht aufteilen. Doch keine Bank wollte den großen Schein wechseln.

Foto: Meyer
Wer bei Banken mit dem "großen Geld" wedelt, wird nicht überall wie "König-Kunde" behandelt.
Vorsichtig holt Pfarrer Eberhard Guttmann den Schein aus dem Briefumschlag.
Lila ist er und groß. Er passt kaum ins Portemonnaie. 500 Euro. So einen
Geldschein hatte der Pfarrer noch nie in der Hand.
Kein Wunder. Größere Summen werden heute meist mit Karte bezahlt. Viele
Händler weisen sogar darauf hin, dass sie maximal 100-Euro-Scheine annehmen.
„Ich habe das Geld als Spende bekommen und will es an verschiedene
Institutionen weitergeben“, so der 71-Jährige. Doch das gestaltet sich
komplizierter als gedacht.

Foto: Kim Nadine Meyer
Dieser Schein gibt ihm ein Rätsel auf: Eberhard Guttmann, Pfarrer im Ruhestand, will den großen Schein wechseln. Ein schwieriges Unterfangen.
„Zuerst bin ich zur HypoVereinsbank gegangen“, erzählt Guttmann. Die Kasse war
geschlossen. „Sie ist nur vormittags geöffnet“, informierte ihn eine
Mitarbeiterin. Ob er denn ein Konto bei der Bank habe? Als Pfarrer Guttmann
verneinte, musste er unverrichteter Dinge wieder gehen. Der Senior steuerte
die benachbarte Commerzbank an. Doch der ältere, traditionsbewusste Herr war
irritiert: „Im Foyer stand ein Motorroller. Das kam mir unseriös vor.“ Mit
dem Motorroller wirbt die Bank derzeit für Kreditfinanzierungen. Der
Neu-Geesthachter ging lieber wieder hinaus. Auf zur Kreissparkasse, gleich
gegenüber. Doch auch hier blitzte Guttmann als Nichtkunde ab.
Ansgar Klekamp, Filialdirektor der HypoVereinsbank und Holger Siedentopf,
Pressesprecher der Kreissparkasse bestätigen, dass nicht jeder in den
Filialen Geld wechseln kann. „Für unsere Kunden ist der Wechsel von
Geldscheinen derselben Währung unbegrenzt zugelassen“, sagt Siedentopf.
Nichtkunden allerdings werde der Umtausch nur bis 300 Euro gewährt.
Hintergrund seien Auflagen aus dem Geldwäschegesetz.
Auch Ansgar Klekamp wundert es nicht, dass Pfarrer Guttmann in seiner Filiale
keinen Erfolg hatte: „Unsere Kasse ist von Montag bis Mittwoch in Geesthacht
nur vormittags geöffnet., donnerstags und freitags den ganzen Tag.“ Aber
selbst dann brauche man für die Zahlungsvorgänge eine Kundenkarte.
Michael Herte, Referent für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale
Schleswig-Holstein: „Der Geldwechsel ist eine Serviceleistung, die eine Bank
verweigern kann, wenn man nicht Kunde ist.“ Pfarrer Guttmann will nun
den Schein bei seiner Hausbank umtauschen – in Bergedorf.

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erbse meint:
http://www.come-on.de/nachrichten/maerkischer-kreis/altena/geldwechsel-kann-kleinen-problem-werden-1453176.html
Und neuerdings?
http://www.talkteria.de/forum/topic-162721.html
heinzelmann meint:
Alex meint:
Es war nicht möglich irgendwo mit 500 Euro zu zahlen, bzw. das Geld zu wechseln. Fazit: mit 5000 Euro in der Tasche kann man trotzdem "pleite" sein ...