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Start frei für die Energiewende

Geesthacht. Das Ziel ist ehrgeizig: Bis 2030 will die Stadt ausschließlich Strom und Wärme aus regenerativen Quellen verbrauchen, Geesthacht möchte unabhängig vom Energiemarkt werden. Den Weg dahin soll der neue Energieausschuss erarbeiten.
Zu Beginn der ersten Sitzung verpflichtet der Ausschussvorsitzende Gerhard Boll (l.) die neuen Mitglieder, darunter Jan-Mathias Koller und Bettina Boll.
Foto: Gerullis
Zu Beginn der ersten Sitzung verpflichtet der Ausschussvorsitzende Gerhard Boll (l.) die neuen Mitglieder, darunter Jan-Mathias Koller und Bettina Boll.
Vor dem neuen Ausschuss liegt eine große Aufgabe: Die Bandbreite der Möglichkeiten ist riesig, das Wissen der Mitglieder höchst unterschiedlich. Dass deshalb Selbstfindung in den kommenden Monaten die schwierigste Aufgabe wird, war schnell deutlich, als sich das Gremium am Dienstagabend im Rathaus zur ersten Sitzung traf.
„Wir sollten uns nicht auf die energetische Sanierung von Bauten fixieren, sondern weiter gucken, was wir als Stadt alles können“, sagte Stefan Vogelsang (FDP) – und nannte den Bau eines Laufwasserkraftwerks in der Elbe, Solaranlagen überall in der Stadt bis hin zu einem umfangreichen Gebäudemanagement als Arbeitsziele. Doch während Karl Herrmann Rosell (CDU) wissen wollte, welche Haushaltsstellen überhaupt welche Energiekosten verursachen würden, plädierte Thomas Markwart (CDU) für eine Diskussion über die Möglichkeiten der Energiewende, losgelöst von den Kosten. Auch der Wunsch, ein aufwendiges Solarkataster für alle privaten Häuser der Stadt zu erstellen, wurde zur Premiere diskutiert. Selbst die Idee, Energie durch Zwangsurlaub der Verwaltung zwischen Weihnachten und Neujahr einzusparen, landete auf der Agenda. Eine Fülle an Diskussionsstoff, die das kleine Gremium kaum bewältigen kann. „Wenn wir die Themen nicht einkreisen, erleben wir keine zielführende Diskussion“, betonte Stephan Miß (SPD). Auch Umweltamtsleiter Peter Junge sprach sich für eindeutige Arbeitsschwerpunkte aus.
Ein Vorschlag, den der Ausschussvorsitzende Gerhard Boll (Grüne) nach gut zwei Stunden offener Diskussion aufgriff: So wollen die Mitglieder den Schwerpunkt in den kommenden Wochen auf das Thema Fernwärme und Kraft-Wärme-Kopplung legen. In der nächsten Sitzung (21. Februar, 18 Uhr) soll gemeinsam ein Blockheizkraftwerk der Geesthachter Stadtwerke besichtigt werden. Um für die weiteren Entscheidungen eine Grundlage zu haben, erarbeitet die Verwaltung zudem eine umfassende Bilanz der städtischen Energieverbräuche. Der Anfang ist gemacht. „Wir haben sehr viele Themenideen entwickelt. Nun müssen wir zügig starten“, so Gerhard Boll.
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