Info-Tag
Im Alter komfortabel wohnen
Sonntag, 22. Januar 2012 16:56
- Von Monika Retzlaff
Geesthacht. Mehrere Hundert Besucher kamen zum Tag der offenen Tür, an dem die Deutsche Annington ihre barrierefrei umgebauten Wohnungen vorstellte. Nicht alle waren rundum zufrieden.
Auf reges und kritisches Interesse stießen die beiden Musterwohnungen, die die
Deutsche Annington am Flottbeker Stieg 1 barrierearm umgebaut hat und bei
einem Tag der offenen Tür am Sonnabend vorstellte. Hunderte Geesthachter
kamen, um sich die seniorenfreundlich gestalteten Wohnungen in dem Hochhaus
anzusehen, mit den Mitarbeitern des größten Vermieters in der Stadt ins
Gesprächs zu kommen und sich über das Angebot des Arbeiter-Samariter-Bundes
(ASB) zu informieren, der in einer umgebauten Wohnung im Erdgeschoss einen
Gemeinschaftsraum nutzt.
Die Deutsche Annington baut derzeit zwölf Wohnungen des Hauses um. „Wir
beschäftigen uns intensiv mit der Frage, wie ältere Kunden möglichst lange
komfortabel in ihren vertrauten Wohnungen leben können. Dies wird leichter,
wenn die Wohnung seniorenfreundlich umgebaut ist“, sagte Wiebke Seebach, die
bei der Deutschen Annington für die Gebäude verantwortlich ist. So ist die
Küche in der Drei-Zimmer-Musterwohnung so gebaut, dass man mit dem Rollstuhl
unter die Arbeitsplatte fahren kann. Ausziehbare Schrankfächer und ein höher
angebrachter Backofen runden diesen Komfort ab. Der Fußboden in der Dusche
ist eben.
Das Vorhaben ist ein Lichtblick für Geesthacht, denn es fehlen 200
Seniorenwohnungen. Aber es gab auch viele kritische Hinweise von den
Besuchern. Ihnen fiel schon beim Betreten der Einzimmer-Musterwohnung die
Stolper-Schwelle am Eingang auf. Andere hatten Haltegriffe, einen Vorhang
und einen ausklappbaren Hocker in der Dusche sowie Griffe neben der Toilette
als Grundausstattung erwartet. „Diese Dinge müssen von den Mietern nach
Bedarf eingebaut werden“, sagte Seebach. Für die älteren Menschen ist das
jedoch umständlich, denn die Hilfsmittel müssen entweder selbst bezahlt oder
bei der Pflegeversicherung beantragt werden.
„Hier ist gar kein Platz für eine Waschmaschine“, bemängelte Ursula Kruska aus
Geesthacht erstaunt. Das Wäschereinigen muss im gemeinschaftlichen Waschraum
im Keller erledigt werden. Mit vollem Wäschekorb und Rollator in die
Waschküche zu kommen, ist jedoch äußerst beschwerlich. Die Mitarbeiter der
Annington nahmen die Hinweise auf, notierten Wünsche in Fragebögen und
nutzten die Informationsveranstaltung in dem künftigen Gemeinschaftsraum für
ausführliche Gespräche.
Dort informierte Sven Minge, Betriebsleiter des ASB, über die Nutzung der
renovierten Gemeinschaftsräume. „Hier werden wir Spielenachmittage anbieten.
Man kann hier zusammen Geburtstag feiern oder gemeinsam kochen“, sagte
Minge. Demnächst werden die Räume eingerichtet und später soll die große,
frisch gemachte Terrasse Gartenmöbel bekommen. Außerdem bietet der ASB den
Hausnotruf, hauswirtschaftliche Dienste und den Fahrdienst zum Arztbesuch
an.
Die Wohnungen sollen im Februar bezogen werden können. Das Angebot am
Flottbeker Stieg 1 reicht von Einzimmerwohnungen mit 35 Quadratmetern und
einer Gesamtmiete von 409 Euro bis zu Dreizimmerwohnungen. Die Musterwohnung
mit 76 Quadratmetern kostet insgesamt 762 Euro.
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