Ausbildung
Handwerk schlägt Alarm: Überall fehlt der Nachwuchs
Dienstag, 17. Januar 2012 20:29
- Von Timo Jann
Lütau. Viele Handwerksbetriebe im Lauenburgischen finden keinen qualifizierten Nachwuchs. In Zukunft werden gute Fachkräfte fehlen – und das angesichts prall gefüllter Auftragsbücher. Dies beklagte Kreishandwerksmeister Uwe Riewesell beim traditionellen Empfang der Kreishandwerkerschaft in Lütau vor mehr als 100 Gästen.
„Die Ausbildungszahlen in den Betrieben sind seit Jahren weitestgehend
konstant, aber es konnten 2011 nicht alle freien Ausbildungsplätze
tatsächlich auch besetzt werden“, sagte Riewesell. 481 Ausbildungsverträge
wurden geschlossen. Es hätten viel mehr sein können. So fehlten allein in
der Region Geesthacht im vergangenen Jahr mehr als 150 Azubis.

Foto: Jann
Kreishandwerksmeister Uwe Riewesell warnt beim Empfang vor Fachkräftemangel im Handwerk.
Drei oder dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung der Zimmerer, Maurer,
Kfz-Mechatroniker, Maler, Bäcker oder Fleischer. Eine Zeit, in der die
Auszubildenden in der Berufsschule oder der überbetrieblichen Ausbildung die
Handgriffe für ihre spätere berufliche Laufbahn lernen. Deshalb finanzieren
die Betriebe eine qualifizierte Ausbildung, um später Fachkräfte einsetzen
zu können. Denn die Auftragsbücher sind voll, so Riewesell. „Das milde Klima
bedeutet aktuell eine höchst willkommene Möglichkeit, die zahlreichen
Aufträge abzuarbeiten. Die Auslastung der Betriebe ist mehr als
zufriedenstellend, die Handwerker im Bau- und Ausbaugewerbe sind pausenlos
im Einsatz“, sagte Riewesell. Er sprach von „Vollbeschäftigung“ in einigen
Branchen. Um die vielen Aufträge abarbeiten zu können, werden jetzt
ausreichend viele Auszubildende benötigt, die langfristig als Gesellen und
Meister in den Betrieben arbeiten könnten.
Bundesweit konnten etwa 20.000 Ausbildungsstellen im Handwerk nicht besetzt
werden, so Statistiken der Interessenverbände des Handwerks. Zugleich sind
die für Azubis geltenden Anforderungen in fast allen Handwerksberufen
gestiegen. In der Metallbearbeitung wurde früher alles fein säuberlich von
Hand gefeilt, heute müssen moderne Maschinen bedient werden können. Bei
manchen Ausbildungsberufen spiegelt sich der Fortschritt im geänderten Namen
wider: So wurde aus dem Elektroinstallateur der Elektroniker und aus dem
Kfz-Mechaniker der Kfz-Mechatroniker.

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Der Geselle meint:
Der Lehrling meint:
Habe selber drei Berufe erlernt, erster Beruf Maurer.
Ein Handwerksberuf zu erlernen ist nur noch gut, wenn die Selbständigkeit lockt.
Kein Arbeitgeber kann oder will noch einen älteren das Gnadenbrot gewähren. Es zählt nur der Profit.
Und wenn alles nicht klappt, die Gelder rausziehen und in die Insolvenz gehen oder nicht mein kreishandwerksmeister!
Moep meint:
Darf man von einem Hauptschüler heute auch nicht mehr erwarten. Selbst für die mittlere Reife wird das häufig erst in der 10 Jahrgangsstufe unterrichtet.
Das ist halt das Problem an einen Bildungssystem das sich nach unten orientiert...