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Handwerk schlägt Alarm: Überall fehlt der Nachwuchs

Lütau. Viele Handwerksbetriebe im Lauenburgischen finden keinen qualifizierten Nachwuchs. In Zukunft werden gute Fachkräfte fehlen – und das angesichts prall gefüllter Auftragsbücher. Dies beklagte Kreishandwerksmeister Uwe Riewesell beim traditionellen Empfang der Kreishandwerkerschaft in Lütau vor mehr als 100 Gästen.
„Die Ausbildungszahlen in den Betrieben sind seit Jahren weitestgehend konstant, aber es konnten 2011 nicht alle freien Ausbildungsplätze tatsächlich auch besetzt werden“, sagte Riewesell. 481 Ausbildungsverträge wurden geschlossen. Es hätten viel mehr sein können. So fehlten allein in der Region Geesthacht im vergangenen Jahr mehr als 150 Azubis.
Kreishandwerksmeister Uwe Riewesell warnt beim Empfang vor Fachkräftemangel im Handwerk.
Foto: Jann
Kreishandwerksmeister Uwe Riewesell warnt beim Empfang vor Fachkräftemangel im Handwerk.
„Es gibt nach wie vor Jugendliche, die nicht ausbildungsreif und ausbildungsfähig sind“, kritisierte Riewesell zu schlechte Leistungen von Schulabgängern. Hinzu komme aber auch verstärkt der Wettbewerb mit dem Handel, der Industrie und dem Gewerbe. Alle Branchen würden heute um die guten jungen Leute buhlen, so Riewesell. Vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen bereitet diese Entwicklung dem Kreishandwerksmeister aus Müssen Sorgen. „Die Nachwuchswerbung muss rechtzeitig einsetzen“, mahnte er. So waren Handwerker mehrerer Branchen beim „Stadtspiel“ in Mölln bereits vor Ort, um Kindern und Jugendlichen die verschiedenen Berufe näher zu bringen.
Drei oder dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung der Zimmerer, Maurer, Kfz-Mechatroniker, Maler, Bäcker oder Fleischer. Eine Zeit, in der die Auszubildenden in der Berufsschule oder der überbetrieblichen Ausbildung die Handgriffe für ihre spätere berufliche Laufbahn lernen. Deshalb finanzieren die Betriebe eine qualifizierte Ausbildung, um später Fachkräfte einsetzen zu können. Denn die Auftragsbücher sind voll, so Riewesell. „Das milde Klima bedeutet aktuell eine höchst willkommene Möglichkeit, die zahlreichen Aufträge abzuarbeiten. Die Auslastung der Betriebe ist mehr als zufriedenstellend, die Handwerker im Bau- und Ausbaugewerbe sind pausenlos im Einsatz“, sagte Riewesell. Er sprach von „Vollbeschäftigung“ in einigen Branchen. Um die vielen Aufträge abarbeiten zu können, werden jetzt ausreichend viele Auszubildende benötigt, die langfristig als Gesellen und Meister in den Betrieben arbeiten könnten.
Bundesweit konnten etwa 20.000 Ausbildungsstellen im Handwerk nicht besetzt werden, so Statistiken der Interessenverbände des Handwerks. Zugleich sind die für Azubis geltenden Anforderungen in fast allen Handwerksberufen gestiegen. In der Metallbearbeitung wurde früher alles fein säuberlich von Hand gefeilt, heute müssen moderne Maschinen bedient werden können. Bei manchen Ausbildungsberufen spiegelt sich der Fortschritt im geänderten Namen wider: So wurde aus dem Elektroinstallateur der Elektroniker und aus dem Kfz-Mechaniker der Kfz-Mechatroniker.
7 Kommentare
Der Geselle meint:
Ja klar Lehrling, Du musst halt vom Kreisinnungsobermeister noch viel lernen. Zwei neue Firmen wurden schon gegründet und die Gläubiger kucken in die Röhre. Der Herr Riewesell ist eben ein richtiger Saubermann!
Der Lehrling meint:
Wer will oder kann bis 67 auf dem Bau Arbeiten?
Habe selber drei Berufe erlernt, erster Beruf Maurer.
Ein Handwerksberuf zu erlernen ist nur noch gut, wenn die Selbständigkeit lockt.
Kein Arbeitgeber kann oder will noch einen älteren das Gnadenbrot gewähren. Es zählt nur der Profit.
Und wenn alles nicht klappt, die Gelder rausziehen und in die Insolvenz gehen oder nicht mein kreishandwerksmeister!
Moep meint:
"Hypothenuse ? Satz des Pythagoras, Winkelfunktionen."

Darf man von einem Hauptschüler heute auch nicht mehr erwarten. Selbst für die mittlere Reife wird das häufig erst in der 10 Jahrgangsstufe unterrichtet.

Das ist halt das Problem an einen Bildungssystem das sich nach unten orientiert...

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