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Mieter in 275 Wohnungen ohne Heizung

Geesthacht. Das war ein eisiges Wochenende: Weil einem Blockheizkraftwerk am Klaus-Groth-Weg der Brennstoff ausging, mussten die Mieter von 275 Wohnungen der Deutschen Annington das ganze Wochenende über auf Heizung und warmes Wasser verzichten. Die Deutsche Annington füllte gestern 5000 Liter Heizöl nach.
Deutsche Annington
Foto: dpa
Bereits im vergangenen Jahr saßen viele Mieter im Kalten - diesmal hat die Deutsche Annington den Heizölverbrauch falsch kalkuliert.
Draußen zeigte sich der Winter von seiner fiesesten Seite: Sturm, Regen und eine feuchte Kälte, die einen frösteln ließ. Ideales Wetter, um sich in den eigenen vier Wänden einzuigeln – vorausgesetzt, die Heizung funktioniert. Nicht so bei Hunderten Mietern der Deutschen Annington, die ein eisiges Wochenende hinter sich haben, weil am Freitag um 13 Uhr die Zentralheizung für 275 Wohnungen am Klaus-Groth-Weg und der Beethovenstraße versagte.
„Wir hatten plötzlich kein warmes Wasser mehr und auch die Heizung sprang nicht mehr an“, sagt Annington-Mieter Jan-Peter Lenz. Er und seine Nachbarn riefen die Hotline der Annington an und hofften auf schnelle Hilfe – doch nichts tat sich. „Am Sonntag hatten wir nur noch 14 Grad in der Wohnung. Meine Frau und meine beiden Kinder saßen mit dicken Jacken am Tisch. Das war unglaublich.“ In seiner Not wählte er erneut die Service-Hotline an. „Dort sagte man mir, dass die Annington vergessen hatte, Heizöl einzukaufen. Deshalb ist das Blockheizkraftwerk ausgefallen. Das ist doch der Oberhammer.“ Als auch gestern Heizung und Wasser kalt blieben, informierte Lenz das Ordnungsamt. Dort sei man jedoch machtlos, hieß es – obwohl in den vergangenen Jahren ganze Blöcke der Annington immer wieder ohne Heizung waren.
In der Bochumer Zentrale von Geesthachts größtem Vermieter (2000 Wohnungen im Stadtgebiet) beruft man sich auf einen falsch kalkulierten Verbrauch. „Normalerweise haben wir zwei Gaskessel in Betrieb“, sagt Annington-Sprecherin Katja Weisker. „Einer ist Ende November ausgefallen und muss ersetzt werden, deshalb haben wir eine mobile Heizstation aufgebaut. Diese soll selbst bei zehn Grad Minus maximal 1000 Liter Öl pro Tag verbrauchen. Damit haben wir kalkuliert“, so Weisker. Doch weil die Anlage deutlich mehr Brennstoff verheizte, war am Freitag der Vorrat verbraucht. „Damit so etwas nicht wieder passiert, lassen wir jetzt den vorhandenen Kessel und die mobile Anlage noch mal überprüfen.“ Zudem wurden gestern Vormittag 5000 Liter Heizöl nachgefüllt und die Anlage entlüftet. Bei Mieter Lenz machte sich das nicht bemerkbar. „Unsere Heizung war um 15 Uhr noch immer kalt. Wir verlieren langsam die Geduld.“ger
4 Kommentare
O.k. meint:
Warum soll die Stadt hier einen Unterschied machen bei 2000 Wohnungen oder 5 Wohnungen??? Das ist Privatsache und die tadt hält sich zureht hier raus. Wechselt den Vermieter und kauft euch andere Wohnungen. Das ist ja nun nichts neues von der annington.
S.I. meint:
Stellt sich mir die Frage, nach welchem Gesetz die Stadt Geesthacht eingreifen soll. Der Mietvertrag ist Privatrecht und damit haben Behörden im eigentlichen Sinne (außer in eigenen Angelegenheiten) nichts zu tun.
M.P. meint:
Wir waren als Eigentümer davon betroffen. Im Gegensatz zu Herrn Lenz haben wir allerdings niemanden erreicht. Auch eine Mail auf der Service-Seite der Annington ist bis heute noch nicht beantwortet. Als wir schließlich am Montag ebenfalls niemanden erreichten, fuhren wir zur Annington Service nach Hamburg, um eine Info zu erhalten, wie lange wir noch frieren müssen und was überhaupt der Grund für dieses entsetzliche Wochenende war.
Wir mussten eine Weihnachtsfeier am Samstag absagen, weil wir nicht duschen konnten und am Montag ging ich nicht zur Arbeit, weil ich nicht duschen und meine Haare waschen konnte.
Aber am meisten taten mir die alten und kranken Menschen sowie die Mütter mit ihren Kleinkindern leid.
Ich bin sehr wohl der Ansicht, dass sich die Stadt Geesthacht (Ordnungs- oder Gesundheitsamt) bei 2.000 Wohnungen im Stadtgebiet einschalten und stichpunktartig regelmäßig Kontrollen durchführen sollte, denn das sind immerhin mehr als 6.000 betroffene Einwohner. Und ein Komplettausfall im Dezember ist ein absoluter Notfall, zumal das Heiz- und Wasserproblem erstens kein neues ist und zweitens regelmäßig vorkommt. Wir konnten noch von Glück sprechen, dass die Außentemperatur nicht unter 0 Grad lag, dann hätten Schulen und Turnhallen zur Verfügung gestellt werden müssen, um die frierenden Menschen aufzunehmen. Und das ist ein Stadtproblem.
Im Übrigen stellt sich die Annington mit ihrer Fehlkalkulation selbst ein Armutszeugnis aus, denn ich erhielt auch die Information, dass die Annington vergessen hätte, genügend Öl einzukaufen.

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