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Dassendorf: Die Gegenwart lebendig gestalten

Dassendorf. "Wir wohnen schon gut hier." Dieser Satz von Maren Becker, die seit 1984 in Dassendorf wohnt, war ein schöner Abschluss des Dorfspaziergangs, zu dem unsere Zeitung eingeladen hatte.
Gee Dorfspaziergang Dassendorf
Foto: Karin Lohmeier
Unsere Redakteurin Karin Lohmeier (4. v. li.) im Gespräch mit Dassendorfer Bürgerinnen und Bürgern. Darunter v. li. Dr. Albrecht Sakman und Bürgermeisterin Martina Falkenberg. Von rechts Peter Martens, Christa Stegen und Wehrführer Reiner Clausen.
Maren Becker liebt den dörflichen Charakter ihrer Gemeinde - "und dass es alles gibt, vom Arzt über den Friseur bis zur Post." Das lobten auch andere der gut 20 Teilnehmer, die vor dem Multifunktionssaal starteten. Eigentlich kein schönes Wort. "Aber es trifft, denn hier probt der Chor, hier feiern die Party People, hier frühstücken die Senioren und tagen die Gemeindevertreter", so Bürgermeisterin Martina Falkenberg. Es ist ein reges soziales Leben, denn die Dassendorfer neigen nicht dazu, die Hände in den Schoß zu legen. Viele Selbstständige betreiben Firmen, Büros, Geschäfte. Darum soll am Dassendorfer Kreuz, hinter dem Rewe-Markt, im kommenden Jahr ein 18 000 Quadratmeter großes Gewerbegebiet erschlossen werden.
Gee Dorfspaziergang Dassendorf
Foto: Karin Lohmeier
Dassendorf war Ziel unseres Dorfspaziergangs.
Schräg gegenüber, am Falkenring, liegt das "Neubaugebiet", bereits 1994 fertiggestellt. Ähnliches könnte in der Verlängerung des Wendelweges entstehen, wo die Gemeinde eine Wohnanlage für Senioren plant. Doch darüber wird noch diskutiert. Denn die 3200-Einwohner-Gemeinde will nur maßvoll wachsen.
Vorbei an Siedlungshäuschen auf großen Grundstücken - charakteristisch für diesen Teil Dassendorfs - geht es zur Straße Am Wendel. Wo früher das Bürgermeisteramt firmierte, sind jetzt Polizei, Bücherei und VHS untergebracht. "Die Polizeiwache könnte mehr besetzt sein, aber wir sind froh, dass wir noch eine haben", sagt Dr. Albrecht Sakman, in der Gemeinschaft unabhängiger Dassendorfer engagiert und Vize-Bürgermeister.
Nur eine Ecke weiter, am Evangelischen Kindergarten, entsteht ein Anbau für eine Krippengruppe. "Als der Kindergarten 1976 eröffnete, war er eine Bereicherung", erinnert sich Christa Stegen. Und Karin Drews sagt mit Blick auf die Versöhnungskirche: "Bei deren Bau hat mein Mann in den 60-ern mitgeholfen."
Weiter geht es zum Vereinsgelände der Turn- und Sportgemeinschaft (TuS), mit 670 Mitgliedern der größte Verein. 240 Aktive spielen in 13 Fußball-Teams. "Darin steckt viel ehrenamtliches Engagement", sagt Niels Jürgens, 2. Vorsitzender. Ein großer Wunsch: mehr Rasenflächen. Denn die Kicker nutzen schon einen Bolzplatz der benachbarten Grundschule und die Festwiese der Feuerwehr. "In Dassendorf hilft man sich eben gegenseitig", sagt Wehrführer Reiner Clausen, dessen Leute alljährlich die "3 Tollen Tage" organisieren.
Mit neuer Dämmung und Fassade präsentiert sich die Alfried-Otto-Schule. "Die Schüler haben bei einem Sponsorenlauf 6000 Euro für Spielgeräte gesammelt", freut sich die Bürgermeisterin. Dann geht es noch dorthin, wo es früher alles gab - zum ehemaligen Haus von Eisenwaren Benthack. "Wenn der alte Benthack etwas nicht hatte, sagte er, es sei gerade ausgegangen", erinnert sich ein Teilnehmer. Heute gibt's in "Köhlers Laden", gerne genutzt von den Bewohnern der Waldsiedlung, Brötchen, Zeitungen, eine Postagentur.
Rund zwei Kilometer sind es bis ins "alte Dorf". Sabine Popp und ihr Mann haben hier einen Resthof restauriert. "Wir wohnen gerne hier", sagen sie. Das historische Rundlingsdorf an der B 207 ist noch gut erhalten. Noch älter ist nur das Hünengrab am Riesenbett. Die Dassendorfer mögen ihre Geschichte. Aber Bürgermeisterin Martina Falkenberg sagt auch: "Wir leben in der Gegenwart und die wollen wir auch lebendig gestalten."
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