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Till Sudeck schnuppert sich durch seinen Garten

Aumühle. Die alte Colorado-Tanne in Sudecks Garten hat eine junge Liebhaberin. Um ihren Stamm schmiegt sich verführerisch die Bobby-James-Rose. Sie verwandelt den morschen Stamm in ein weißes Blütenmeer.
Rose
Foto: Christine Stanke
Till Sudeck liebt es, an seinen duftenden Rosen zu schnuppern. Viele haben einen Namen bekommen, der beispielsweise an den Herkunftsort der Blume erinnert.
"Dabei haben wir den Rosenstock erst vor drei Jahren dort eingepflanzt, da war er nur knapp einen halben Meter hoch", sagt Janine Sudeck erstaunt. Nun hofft sie auf eine bleibende Liaison der beiden Gartenbewohner: "Irgendwann soll die ganze Tanne mit der Rose umrankt sein."
Pünktlich zu den Sommermonaten hat sich der Garten des Ehepaars Sudeck für die blumige Kalenderserie unserer Zeitung in Schale geworfen. Derzeit blühen dort 55 Rosen. Fast alle haben am Stamm ein Schildchen mit poetischen Namen wie zum Beispiel "Felicité et perpétué ", was sich mit den Worten "Glück und Ewigkeit übersetzen" lässt. Die meisten Rosen verdanken ihre Namen einem einfallsreichen Züchter. Manche jedoch haben Sudecks persönlich getauft. "Diese hier heißt zum Beispiel Frau-Kraas-Rose", sagt Janine Sudeck und zeigt auf die dunkelroten Blüten eines kleinen Rosenstocks. Er stammt von der gleichnamigen Nachbarin gegenüber. "Als deren Haus einem Neubau weichen musste, hat sie ihre Rose dort ausgegraben und zu uns gebracht" , erinnert sich Till Sudeck. Auch die Rose mit dem Zuchtnamen " Westerland" hat er umgetauft: "Der Name schien mir so banal, sie heißt jetzt Aurora, also Morgenröte, wegen ihrer gelb-rötlichen Färbung. "
Till Sudeck steckt seine Nase gerne tief in die vielen duftenden Blüten. Manchmal ist dort allerdings schon besetzt - und eine empörte Hummel schreckt auf und fliegt davon. Im ganzen Garten surrt und summt es: Die Insekten lieben neben den Rosen auch den gelben Mohn, die buschigen Margeriten und den lilafarbenen Lavendel. Walderdbeeren bedecken den Boden zwischen den Blumen, und die Wiese ist mit Gänseblümchen übersät. Die weinüberrankte Pergola bietet ein schattiges Plätzchen, verheißungsvoll hängen dort bereits die ersten Trauben . . .cs

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© Bergedorfer Zeitung 2008