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Das Geschäft mit den gebrauchten Tageskarten

Bergedorf. Flaschensammeln war mal. Viele Menschen, die sich ein paar Euro dazuverdienen wollen, haben eine neue Geschäftsidee für sich entdeckt: den Weiterverkauf von Fahrkarten. Einer von ihnen ist der Bergedorfer Peter Lange (34, Name geändert).
Ganz ohne Fahrkartenautomat wechselt hier ein Ticket den Besitzer: Peter Lange lässt sich Tageskarten von ankommenden HVV-Kunden schenken und verkauft sie unter Neupreis weiter.
Foto: Thomas Schütt
Ganz ohne Fahrkartenautomat wechselt hier ein Ticket den Besitzer: Peter Lange lässt sich Tageskarten von ankommenden HVV-Kunden schenken und verkauft sie unter Neupreis weiter.
„Ich frage die Leute im Bahnhof, ob sie ihre Tageskarte nicht mehr brauchen und mir schenken. Dann verkaufe ich sie für zwei bis drei Euro weiter“, sagt der Hartz-IV-Empfänger. Das meiste würde er mit Gruppenkarten für 9,20 Euro verdienen. „Da krieg ich dann einen Fünfer für.“ Er mache das regelmäßig, aber nicht ständig. „Nur wenn ich pleite bin“, sagt er. „Einen Kumpel von mir haben die Bahnleute schon erwischt. Jetzt hat er Hausverbot und macht das an einem anderen Bahnhof.“ Mittlerweile gebe es richtig abgesteckte Reviere wie bei den Flaschensammlern. Peter L. findet diese Art des Geldverdienens in Ordnung. „Ist doch eine nettere Art an Geld zu kommen, als zu klauen oder so was.“ An guten Tagen bekommt er auf diese Art 30 Euro zusammen. „Ein Zwanni ist es eigentlich immer“, sagt er lächelnd.
Denn Tageskarten sind beliebt. Da die Einzelfahrkarte für ein bis zwei Ringe 2,75 Euro, für den Gesamtbereich sogar 7,40 Euro kostet, lohnt sich oft der Kauf eines Tickets, das den ganzen Tag in alle Richtungen gilt. Für Preise ab 5,40 Euro (je nach Ringen und Uhrzeit) dürfen teils sogar noch Kinder mitfahren.
Strafbar ist das Handeln mit Fahrkarten zwar nicht „doch es verstößt gegen unsere Beförderungsbedingungen“, sagt HVV- Pressesprecherin Gisela Becker. Demnach sei das Handeln und Hausieren auf Bahnhöfen grundsätzlich untersagt. Das Problem sei bekannt, allerdings „steht es nicht ganz oben auf unserer Agenda“, sagt Becker. Wahrscheinlich auch deshalb weil der HVV kaum eine Möglichkeit der Sanktionierung hat. „Im Prinzip wird die Fahrkarte im Moment des Weiterverkaufs ungültig. Aber wie will man das kontrollieren. Da muss man jemanden schon auf frischer Tat ertappen.“
Das Verschenken der Tageskarten ist übrigens in jedem Fall legal.
5 Kommentare
r.klärer meint:
Steuerzahler guckt mal nach und schreibt bis morgen auf, wie viele H4 arbeiten gehen.
Dann weiter plärren.
Ralf meint:
Sonst haben wir keine Sorgen!?!
Papa meint:
Wie wäre es, wenn die Bahn mal wieder Kontrolleure einstellt und die Fahrkarten entwertet.
Somit haben vielleicht einige einen neuen Job
und es gibt keine gelegenheit mehr gelochte
Fahrkarten weiter zu verkaufen.

Aber Geiz ist geil!

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