Sparpaket des Senats
Bergedorf verliert Identität als Stadt
Donnerstag, 9. September 2010 21:00
- Von Ulf-Peter Busse
Bergedorf. Geht es nach den üblichen Gepflogenheiten des Senats, entscheidet sich am Freitag, 10. September Bergedorfs Zukunft. Denn der rigorose 17-Punkte-Sparplan von Finanzsenator Carsten Frigge dürfte hinter den Kulissen gerade die letzten Verhandlungen durchlaufen, um am Montag dann als Drucksache formuliert zu werden.

Foto: BZ
Hamburg soll 500 Millionen sparen, auch wenn's weh tut.
Hamburger Senatsklausuren, wie die vom 20. bis 22. September, winken solche Papiere erfahrungsgemäß durch.
Bergedorfer Zeitung Online
„Mit ihnen ist Bergedorf ein wirtschaftlich starker Brückenkopf, ohne sie ein degeneriertes ‚Zonenrandgebiet’“, sagt der Chef der Bergedorfer Wirtschaftsinitiative WSB, Gero Tuttlewski. In Briefen an die Senatoren für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Finanzen sowie an den Präsidenten der Handelskammer mahnt er: Bergedorf habe tagtäglich in Ansiedlungsfragen mit den um 70 Prozent geringeren Gewerbesteuersätzen und im Vergleich sogar noch niedrigeren Grundstückspreisen der direkten Nachbargemeinden in Schleswig-Holstein zu kämpfen. „Die umliegenden Kreise mit ihren Wirtschaftsförderungsgesellschaften machen uns aktive Konkurrenz. Eine lediglich zentral operierende Hamburger Wirtschaftsförderung kann hierzu kein Gegengewicht bilden“, schreibt Tuttlewski. Punkten könne Bergedorf nur mit weichen Standortfaktoren wie dem Wohnumfeld, der Kultur oder der guten Verbindung in die Hamburger City. „Um das überzeugend an ansiedlungswillige Unternehmer bringen zu können, sind fundierte Standortkenntnisse erforderlich, wie sie lediglich auf dezentraler Ebene entstehen können und in Bergedorf vorhanden sind.“
Für Tuttlewski setzt der Senat „mit seinen Sparplänen die erfolgreiche Bergedorfer Wirtschaftsförderung leichtfertig aufs Spiel“. Es gehe um die Zukunft vieler Arbeitsplätze, sogar um die „Identität Bergedorfs als gefühlte Stadt“. Dass diese Sorgen in Hamburg erhört werden, ist längst nicht sicher. Tuttlewski: „Im Moment klagen alle. Da wird Bergedorf gern überhört.“
Artikelkommentare abonnieren
Kommentar abgeben
Noch kein Kommentar abgegeben

Abo
Printarchiv
Leserbrief
Kontakt
RSS
Preisvergleich
Leserreisen
Versicherungscheck
Energievergleich
Immobiliensuche










